Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 272 / 494

 

Der Malm gamma zeigt in sich solche Differenzen, daß er bis in 6 Untereinheiten gegliedert werden kann. Den schönsten Aufschluß über den gesamten gamma mit seinen 37 m Schichtmächtigkeit konnte man beim Bau der Heidestraße von oberhalb der ersten Kehre bis in die 2. Kehre hinein betrachten. Heute schauen die zwischen den Mergeln eingeschalteten Kalkbänke nur noch spärlich aus der Böschungsvegetation heraus. Am Tiersteinhang, an dem durch den Waldrand führenden Rundweg, findet man auch öfter die »Lieblingspflanze« des gamma, nämlich die Küchenschelle. Die Aptychenmergel beginnen als gamma 1 mit einer auf wenigen cm Mergeln ruhenden ammonitenreichen Mergelkalk- bis Kalkbank, die viele unregelmäßig eingebettete Ammonitenbruchstücke enthält. »Darüber folgt«, so beschreibt es M. Beurer, »eine eintönige Mergel- bis Kalkmergelfolge, die von einigen Mergelkalk (= Kalk mit 5-25% Ton) und Kalkbänken gegliedert ist, und den unteren bis mittleren Weißjura gamma repräsentiert. Bei der Verwitterung bleicht das, im frischen Zustand dunkelgraue Material aus und zeigt häufig Rost- und Manganflecken und -beschläge. Die Mergelkalke lösen sich in laibsteinförmige , mürbe, schalig brechende Einzelstücke auf.« Gamma 4 ist ein 3 m starker Kalkkomplex mit 10-15 cm hohen Kalkbänken und feinen Mergelfugen. In gamma 5 überwiegt wieder der Mergel, der von dickbankigen, bei der Verwitterung plattig werdenden Kalkbänken (gamma 6) mit geringen Mergelzwischenlagen abgelöst wird. Eine untere Bank-Folge hiervon enthält den auch in Oberkochen findbaren Ammonit Idoceras balderum (OPPEL). Diese balderum-Bänke können an der Böschung des neuen Waldweges zum Langertstein gesehen werden.

Bankkalke des ki 2 (Kimmeridgium 2 = Malm delta = Untere Felsenkalke = Quaderkalke = Aulacostephanenschichten)

Diese, wie es der Name schon ausdrückt, quaderförmigen Kalke, die etwa 70 m bei uns mächtig werden und durch ihre vielen Höhlen (z.B. Brunnenhöhle) und Steinbrüche (Straßenbaumaterial) bekannt sind, haben wir in ihren unteren Partien noch im ehem. Steinbruch am Hang des Teußenberges, jedoch, wenn auch so nicht deutlich, dafür doch das ganze Schichtpaket umfassend, an der Fahrstraße zum Volkmarsberg aufgeschlossen. Schon kurz oberhalb des Wanderparkplatzes gelangt man in den delta 1 und bis beinahe zur TVO-Skihütte (ehem. Holzehans) durchwandert man den schichtigen delta; danach setzt die »Schwammfazies« ein. Waldbingelkraut, stinkende Nieswurz und Türkenbund sind Pflanzen, die den delta begleiten. Überall auf der Alb gelang es, den delta noch in 4 Subeinheiten aufgrund durchgehender Merkmale zu gliedern: delta 1 zeigt 30 cm hohe, deutlich grau gefärbte Kalksteinbänke mit cm-mächtigen Mergelfugen. Es treten auch kleinere Pyritknollen auf (Rostbeschläge durch Verwitterung), ansonsten ist der Pyrit (FeS2) hier feindispers im Kalk verteilt und bewirkt die Dunkelfärbung. Letzteres gilt auch für den delta 2, dessen 10 cm Kalkbänke von noch dickeren Mergelzonen getrennt werden.


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