Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 270 / 494

 

lagern fast durchweg unter einem Kalkverwitterungsboden, zeta 1, (ti) und wmk ragen an etlichen Stellen frei als Hangfelsen heraus (Rodstein, Tierstein etc.). Diese Schichtenfolge verdient eine ausführliche Beschreibung.

 

Die Stratigraphie (Schichtenfolge)

ox 1 (Oxfordium 1 = Malm alpha = Untere Weißjuramergel = Cardioceratenschichten)

Die transversarium-Schichten (alpha 1 oder Unter-alpha) sind im Markungsgebiet Oberkochens nirgendwo — auch nicht unter Hangschutt — anstehend. Auch alpha 2, die impressa-Mergel, sind nicht oberflächlich, sprich unter einer Vegetationsdecke, anstehend, sondern werden von Hangschuttmassen »überkleidet«. In Neubaugebieten oberhalb der Langertstraße konnten in Baugruben diese grauen Mergel mit ihren dazwischenliegenden Kalkbänken aufgeschlossen werden. In Aalen, nördlich der Triumphstadt, wurden neue Waldstraßen gebaut, die auf die Hochfläche führen. Hier haben wir den seit langem besten Anschnitt durch die gesamte Untere Weißjurafolge und damit auch ein komplettes alpha 2-Profil. M. Beurer beschreibt die Mergel und Kalkmergel als hell- bis dunkelgrau, weißgrau, als ausbleichend verwitternd, bröckelig stückig, z.T. blättrig. Kalkbänke und Mergelkalkbänke, die im unteren alpha 2-Bereich ca. 15-20 cm dick und ebenfalls hell- bis dunkelgrau sind, werden nach oben hin häufiger und bis zu 40 cm stark; sie werden hellgrau und glatt brechend wie die überlagernden beta-Kalke. Die oberste und abschließende Mergellage (Fukoidenmergel) kann manchmal etwas »geflammt« aussehen. Es handelt sich um die hechingensis-Zone. Auch Pyritkonkretionen, die meist zu Rostmulm verwittern, treten auf. Bestimmende Fossilien sind der Ammonit Cardioceras alternans, weiterhin Perisphincten und Hiboliten bei den Belemniten (»Donnerkeilen«). Benannt wurden die Mergel nach dem Brachiopoden (Armkiemer) Aulacothyris impressa

ox 2 (Oxfordium 2 = Malm beta = Untere Weißjurakalke = Wohlgeschichtete Bankkalke = Idoceraten-Schichten)

Die harten beta-Kalke treten oftmals schon durch eine Geländeversteilung heraus. An ihrer Obergrenze hin haben wir einen Geländeknick zum Flacheren hin, so besonders am Tiersteinhang kurz oberhalb des Gymnasiums. Die ersten Bausteine gewann man von den bloßen Wänden der Erdfälle im Malm beta, später entwickelten sich daraus Steinbrüche. Den schönsten Einblick bietet der große Berganschnitt hinter der Fa. CARL ZEISS am Optischen Museum in die wie gemauert aufeinanderliegenden, gleichmächtigen Kalkbänke, welche nur von dünnen Mergelfugen getrennt werden. M. Beurer charakterisiert sie als bläulich-graue Kalkbänke, die hellgrau verwittern, glatt und scharfkantig sind und splittrig brechen. Im Unter- und Mittel-beta sind sie


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