Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 27 / 494

 

Abschließend zur La-Téne-Zeit, und der Vollständigkeit halber, sei auf einen zufälligen Fund hingewiesen, den der Verfasser am 17.4.85 in der Baugrube für die mittlerweile erstellte Montagehalle der Firma Carl Zeiss (ehemaliger Großparkplatz) tätigte. Bei der Vermessung der Holzpfosten, die bei den Aushubarbeiten zutagegetreten waren (Hinweis des Oberkochener Bürgers Konrad Posmik), und die vom LDA als »Uferverbauung des Kochers« interpretiert wurden — in noch nicht bestimmter Zeit gegen Überschwemmungen zum Schutz von dahinter Liegendem nicht mehr oder noch nicht Nachweisbarem errichtet — entdeckte der Verfasser ein Keramikbruchstück, das vom LDA (Dr. Ingo Stork) als Randstück vermutlich eines Gefäßdeckels, ca. 2000 Jahre alt, bestimmt wurde.

Das dazu passende Gefäß müßte einen Durchmesser von ca. 35 cm gehabt haben. Ein solcher sogenannter »Streufund« ist archäologisch gesehen jedoch von geringer Bedeutung, da er auf vielerlei Weise an diesen Ort gekommen sein kann und keinerlei Hinweis auf die bei den »Alt-Oberkochenern« gespeicherte Hypothese von Pfahlbauten in diesem Bereich gibt, — genausowenig wie das desgleichen in dieser Baugrube entdeckte und tags darauf auf geheimnisvolle Weise auf Nimmerwiedersehn verschwundene Schwert, das sich ein »archäologischer Barbar« unter den Nagel gerissen hat.

 

Die Römer in »Oberkochen« (2. und 3. Jahrhundert n. Chr.)

Mit den Stichworten »Weilfeld-Römerkeller« beginnt der Nachweis der römischen Geschichte auf Oberkochener Gemarkung, die ja bekanntlich im unmittelbaren römischen Grenzland knapp hinter dem bei Buch verlaufenden Limes lag. Bekannt ist auch, daß eine bedeutende römische Verbindungsstraße bestanden hat zwischen dem älteren Alblimes-Kastell Heidenheim (Aquileja) und seinem jüngeren Nachfolger, dem Reiterkastell Aalen (Ala Secunda Flavia). Der römische Straßenverlauf auf unserer Gemarkung führte, von Heidenheim kommend, wahrscheinlich mitten durch das heutige Oberkochen zur Kreuzmühle. Von hier geht die Straße auf der westlichen Talseite 5 —10 Meter über der damals sumpfigen Talsohle im Zuge des jetzt noch bestehenden Feldwegs über die Kläranlage nach Unterkochen (römische Spuren auf dem Unterkochener Kirchberg sind belegt) und Aalen nach Buch zum Limes. Eine Stichstraße zum Römerkeller ist denkbar. Über den »Römerkeller« ist viel geschrieben worden. Die wichtigsten Fakten seien hier nochmals zusammengetragen.

Der seinerzeitige Oberkochener Landwirt Konrad Posmik hatte zwischen 1966 und 1971 mehrfach erfolglos versucht, — u.a. anläßlich der Stadterhebung im Jahre 1968, — die Aufmerksamkeit der zuständigen Rathausstellen auf mutmaßliche Mauerreste in seinem Acker am Ortsrand zu lenken.

Im Sommer 1971 wandte er sich an den Verfasser, instinktiv der richtigen Mei-


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