Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 268 / 494

 

Hans-Joachim Bayer

Zur Geologie des Oberkochener Raumes

Geologische Übersicht

Die Schwäbische Alb ist nur ein Teil der großflächigen süddeutschen Schichtstufenlandschaft. Die Schichtstufen selbst sind die Erosions- (Ablagerungs-) Ränder einer Gesteinsabteilung, sie gliedern als Bergrandketten mit dahinter-liegenden tafelförmigen Vererbnungsflächen die Landschaft zwischen Donau und Main. Eine Schichtstufe davon ist der Albtrauf bei Aalen (Teußenberg, Aalbäumle, Braunenberg). Er wird hier noch zusätzlich von einer größeren Störungszogen, dem »Schwäbischen Lineament«, einem mehrfachen Schichtenverwurf, betont. Eine Seitenverwerfung davon reicht hinter den Volkmarsberg bis ins »Heiligenhau und zum Bülz«. Oberkochen liegt in einem Durchbruchstal, das die Albtafel generell nord-südwärts durchschneidet, wobei die Traufkanten als Talflanken in den Albkörper hineingezogen werden. In unserem Gebiet haben wir — einmal abgesehen von den beiden naheliegenden Besonderheiten, dem Steinheimer Becken und dem Nördlinger Ries, die als Meteoriten-Impakt-Krater entstanden, Gesteinstrümmer-, Auswurfmassen und spätere Seesedimente aufweisen — den Jura anstehen, mit vor 195-135 Mill. Jahren ausschließlich im Meer gebildeten Sedimenten (Gesteinsablagerungen). Er gliedert sich in den Schwarzen Jura (Lias, im Albvorland anstehend, in den Braunen Jura (Dogger), welcher am Geologischen Pfad in Aalen sehr schön zu studieren ist, und in den Weißen Jura (Malm), den wir in Oberkochen haben. Quenstedt untergliederte diese nach dem farblichen Erscheinungsbild getroffene Unterteilung noch in jeweils sechs Untereinheiten, die er mit den griechischen Buchstaben alpha, beta,... und zeta benannte und die durch bestimmte Leitfossilien (= Leitversteinerungen) markiert sind. Diese Einteilung, die später noch verfeinert wurde (Indexzahlen hinter den griech. Buchstaben), war über ein Jahrhundert in Württemberg gültig und wird heute noch neben der internationalen verwendet. Die in Oberkochen antreffbaren Gesteinseinheiten reichen demgemäß vom Malm alpha bis zum Malm zeta.

 

Vorstellung einer geologischen Karte von Oberkochen

Die geologische Karte von Oberkochen (vgl.Abb.), im wesentlichen auf der Kartierung von Martin Beurer 1959/60 basierend, zeigt die Schichtgrenzen


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