Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 258 / 494

 

Dörre hat man früher Flachs und Hanf gedörrt und wohl auch gebrochen. Ein Name Brechhaus oder Brechdarr fehlt, da in Oberkochen der Flachsanbau nie eine große Rolle gespielt hat.

Bühl heißt die Anhöhe zwischen Gutenbach und Katzenbach (heute Bühlstraße). Über die

Kapellensteige (63) kommt man auf dem Weg zum Volkmarsberg zum Hirschwirtsspitz (64) oberhalb des städt. Friedhofs. Die heute aufgeforsteten Parzellen gehören immer noch dem »Hirschwirt«.

Der Katzenbach (65) entspringt unterhalb des Friedhofs. Dieser liegt im sogenannten »Hitzeles Mand« (66). Im Ort erhält der Katzenbach kurz vor dem Zufluß in den Kocher den Namen »Zollbach« — wohl ebenfalls als Ausdruck der früheren Grenzsituation in Oberkochen selbst.

Das Dreißental (67) ist m. W. ein Trockental — es führt keinen Bach. Es endet im Kessel (beim Schützenhaus). Dort gab es die Lettengärten.

Birkle (68) hieß früher das Gewann, das heute von der Volkmarsbergsteige durchschnitten wird. Es liegt über den Weiherwiesen (69), wo heute die Firmen Zeiss und Leitz stehen.

Wacholdersteige (70) ist ein alter Name für einen alten Weg, der hinauf zum Wald und zum Steinschräufele (72) führt, vorbei an der Schleif-, Öl- oder Ziegelmühle (heute Fa. Leitz).

Strick (72) oder Strickäcker heißt die Flur unterhalb der Wacholdersteige bis hinunter zum Kocher. Das Mühläckerle lag dort, ferner der Steg und der Steig direkt am Kocher, ebenso das Schneiders Täle (85), das Teich, das sich zwischen Forstamt und Kocherursprung zum Waldrand hinaufzieht.

Ried (73) sind die nassen Wiesen beiderseits des Kochers bei der Einmündung des Ziegelweiherbachs, der manchmal auch Roter Kocher heißt.

Der Schwarze Kocher (74) fließt kurz nach seinem Ursprung an der Schlackenwäsche (75) vorbei. Hier stand das Pochwerk, wo Erz und taubes Gestein getrennt wurden. Unterhalb des 2. Brückle auf der Ortseite war früher der Eisweiher (76), in dem der Hirschwirt im Winter das Eis für den Bier- und Eiskeller gewonnen hat.

Der Schlackenweg (77) ist die Flur um den Aussiedlerhof Gold-Schmidjörgle und der erste Teil des Tiefentalsträßchens, gebaut aus Schlacken — das ist der geschmolzene glasige Rest der Erzverhüttung.

Das Tiefental (78) kennt keine weitere Unterteilung der Flur. Man spricht jedoch vom Apfelbäumle (83) bei der Auffahrt zum Wollenberg und vom Lindenbäumle (84) bei der Auffahrt zum Schwarzweiler Teich.

Langes Gwand (79) heißt die Flur vom heutigen Gashäusle bis zum Waldweg, der zur Wanne und Ziegelhalde führt. Südwestlich davon heißen einige Parzellen »Häusle«, direkt unter dem Wannensturz, Richtung Tiefental.

Kreuz (80) ist beiderseits der Bahn gelegen und im Osten heute durch den Verlauf der Bundesstraße begrenzt. Am nördlichen Spitz war der ehemalige


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