Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 256 / 494

 

Gheurensteige oder Gheurigsteig (14), ein seltsamer Name schließt nach Süden an. »Geheuer« heißt sanft, anmutig. Auch »Keuertal« ist tlw. üblich.

Untere Wiesen (15) — das Gebiet der heutigen Kleingartenanlage und des Städt. Bauhofs bedarf keiner Erklärung. Dort liegen auch die zwei »Pfarrwiesen«.

Kreuzwiesen (16) und Kreuzmühle (17) kocheraufwärts sind heute durch die Wäscherei Lebzelter und die Sportanlagen schon weitgehend überbaut. Unmittelbar oberhalb der Kreuzmühle mündet der Nußbach (18) in den Kocher. So hieß der Gutenbach in seinem heute verkürzten Unterlauf.

Wenden wir uns jetzt dem Gebiet östlich des Kochers zu, so treffen wir zunächst auf das Gewann:

Rot (19) am Fuße der Rothalde. Es ist vom Geißenwegle (34) durchschnitten. Engelstein (20), dieser Fels fiel dem Bau der Umgehungsstraße zum Opfer. An ihn knüpfen sich alte Sagen. Es ist wohl auch ein Zusammenhang mit der »Wiesenkapelle« zu vermuten, die früher in den Kapellenwiesen (21) (heute Lager des Kaltwalzwerks etc.) stand, zu der es eine vielbesuchte Wallfahrt gab (Heilige Ottilie).

Mühlhalde (22) — heute ebenfalls von der Umgehungsstraße durchschnitten — erinnert wohl an die Zugehörigkeit zur Mittleren Mühle der Familie Scheerer. Der Name wird teilweise auch für den nördlichen Teil des Waldes verwendet, den wir heute insgesamt Märzenbuckel (s.o.) nennen.

Kuhsteige (23) erscheint als Name des Waldweges (36) und des Gewanns südl. der Bahn und Bundesstraße zum Waldrand.

Fleinsäcker (24) — die steilen Parzellen oberhalb der Fa. Günther und Schramm zwischen Waldrand und Bahn. Schwerer, toniger Scherbenboden rechtfertigt diesen Namen, der aber praktisch nicht mehr bekannt ist.

Kiesgrube (25) ein kleines Gewann fast von Hecken bedeckt, unterhalb des Waldrandes zeigt in der Tat an, daß hier eine mächtige Bergkiesschicht früher abgetragen wurde. Eine Bodenkartierung aus den 60er Jahren hat dieses Kiesvorkommen bestätigt.

Täle (26), die Fluren neben der Bundesstraße bei der südl. Auffahrtsrampe — parallel zur Straße erreicht man über den sogenannten Baureuweg (30) (parallel zur B 19).

Tiefe oder Tiefne (27) heißen die südliche angrenzenden Flurstücke. Teilweise ist auch Espach oder Erspach im Gebrauch.

Ess(-) liegt oberhalb der Tiefne gegen den Wald.

Höhe (28) schließt sich an, bis an das Gaintal in Mundart »Gointel« (43). Südlich des Wegs der beim Schachtwerk der Landeswasserversorgung vom Baurenweg abgeht, folgt dann das Gebiet des

Zollackers (29), dessen Namen wohl wie Zollhau von der Grenzlage zwischen königsbronnischem und ellwangischem Gebiet herzuleiten ist.


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