Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 255 / 494

 

Abt. 5. Wollenberg (15). An seiner Nordostecke gegen den Wannensturz (9) steht am Wannensträßchen die »Berta-Buche« (16). Der mächtige Baum aus der vorhergehenden Waldgeneration trägt den Namen der Frau des ehemaligen Forstmeisters Martin (1909-1935 in Oberkochen), die von dort aus sehr gerne den »Bertablick« hinab ins Kochertal genoß. Heute ist der Wald schon wieder gut 15-20 m hoch gewachsen.
Die Umwelt ändert sich ständig, die Namen aber überdauern die Zeit.

3. Flurnamen der freien Feldflur
Auch hier beginnt die Auflistung im NO-Teil der Gemarkung, d.h. an der Grenze nach Unterkochen.

Saure Wiesen (1) heißt die Flur westl. des Kocher in unmittelbarer Nähe der auf Unterkochener Gemarkung liegenden Stefansweiler Mühle.

Stefansweiler (2) östlich der Bundesstraße und der Bahn. Der mit Hecken und Wäldchen bestockte Westhang gehörte wohl früher zu dem sogen. Stefansweiler. Um Unterkochen gab es im Gegensatz zu Oberkochen noch mehrere solche Einzelgehöfte oder Streusiedlungen. Am Ostrand der Mühlacker.

Der Eselweg (3) schließt sich nach Süden an. Der Name deutet an, daß hier die Kohlentransporte von den Wäldern auf dem Härtsfeld und Zwerenberg in Tragkörben von Eseln zu Tal gebracht wurden. Wo der Weg auf die Kreisstraße (ehemalige Staatsstraße) stößt, stand früher der sogen. Bettelbrunnen (4). Eine offen laufende, gefaßte Quelle lud zum Trinken ein.

Der östl. Teil des Kochertals ist hier ohnedies sehr quellig, während im mittl. u. südl. Teil der Gemarkung alle Quellen nur auf der Westseite entspringen. Dem Kocher, aber auch den Wasserfassungen der Stadt Aalen bringen diese einen regelmäßigen, starken Wasserzufluß.

Der Erlenbach (5) fließt von der Gärtnerei Vollmer Richtung Kocher. Sein Lauf ist ein letztes Eldorado für die Tierwelt, die sich in dem sumpfigen Gelände wohlfühlt.

Lixensteige (6), auch fälschlich Sixensteigle, heißt der Anstieg über dem Erlenbach Richtung Zwerenberg. Lixe bedeutet einen schweren, tonigen, strengen, wechselfeuchten Boden auf warmer Hanglage.

Zwerenberg (7). Die Felder unmittelbar nördl. der Ebnater Steige (8) tragen den Namen des ganzen Waldberges.

Weilfeld (9) ist in Oberkochen heute als Standort des Römerkellers (10) bekannt.

Langes Teich (11) heißt das Feld zwischen dem Feldkreuz am Anfang der Ebnater Steige und dem Aalener Weg (12), der von Ochsenberg herab kommt. Daffang (13) ist der Name, der auch auf Unterkochener Markung westlich des Kochers vorkommt. Gemeint ist das steile Seitentälchen, das die Gemarkungsgrenze nördlich des Kleeb bildet.


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