Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 25 / 494

 

Die Bezeichnung »Hallstattzeit« leitet sich übrigens von einem wichtigen Fundort dieser Zeit ab, der in Niederösterreich liegt.

 

Die Eisenzeit (800 v. Chr. bis ca. um Chr. Geburt)

La-Tene-Kultur, nach einer bedeutenden Fundstelle im NO-Ende des Neuenburger Sees/Schweiz benannt. (la téne = die Untiefe)

 

Die Kelten der La-Téne-Kultur

Während die Zeit der frühen Kelten, wie soeben beschrieben, in die Hallstattzeit fällt, wird die keltische Zeit, aus der wir spärliche Belege auf unserem Gemarkungsgebiet nachweisen können, der La-Tene Kultur, — also der unmittelbar vorrömischen Zeit, zugerechnet.

Paret erwähnt späte La-Téne-Keramik in der Höhle am Schmiedefels (verschiedene Schreibweisen) bei Oberkochen. Den Aufzeichnungen des Landesdenkmalamts (Dr. Zürn) ist hierzu zu entnehmen: »30.4.51. 1,5 km SSW vom Ort befindet sich oberhalb des Kocherursprungs im Schmidtefelsen eine Höhle. Darin wurde durch Schreiber/Heidenheim nach dem Kriege (2. Weltkrieg, (D.B.)) gegraben, der darin eine Anzahl vorgeschichtlicher Scherben (angeblich Hallstatt) fand.« Zürn suchte die Höhle am 18.5.53 selbst auf und stellte ebenfalls vorchristliche, aber auch mittelalterliche Scherben fest. Am 31.10.71 fand der Verfasser im Zusammenhang mit den Arbeiten an dem damals neu entdeckten Römerkeller im Weilfeld unter anderen Scherben im Eingangsbereich der Schmiedesteinhöhle eine römische sigillata-Scherbe. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Erklärungen, — zwei mögliche: entweder hielten sich Römer vom Weilfeld in gefahrvoller Zeit in der Höhle versteckt, oder aber waren es Germanen, die ein römisches Gefäß benützten oder weiterbenützten.

Mit Sicherheit handelt es sich bei dieser Höhle um einen immer wieder über längere Abschnitte in vorgeschichtlicher und geschichtlicher Zeit benutzten Platz. Sie ist unsere bedeutendste »geschichtsträchtige« Höhle und steht selbstverständlich unter Denkmalschutz. Auf eigenmächtige Grabungen stehen hohe Geldstrafen. (Denkmalschutzgesetz von 1972, novelliert 1984.) Mit vorgeschichtlichen u. geschichtlichen Funden ist grundsätzlich bei und in allen Höhlen und Apris der Schwäbischen Alb zu rechnen — deshalb wurden sie zu Recht unter Schutz gestellt (Apri = schützender Felsvorsprung).

La-Téne-zeitliche, also vorrömische und somit keltische Scherben, befanden sich, — dies ergaben die abschließenden Untersuchungen der Römerkellerfunde durch das LDA, — auch unter den dort geborgenen Funden. In den Fundberichten aus Baden-Württemberg, Band 5, 1980, schreibt Dr. Planck:


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