Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 249 / 494

 

Kleeb (1) bedeutet stets einen steilen Prallhang oberhalb eines Flusses. Der Kleebfelsen spielte vor einigen Jahren in der Oberkochener Gemeindepolitik eine Rolle.

Thierstein (2) — die südlich anschließende bewaldete Steilhalde — trägt den Namen nach dem gleichnamigen im Wald versteckten Aussichtsfelsen. Die Namensherkunft ist unbekannt.

Die Heide (3) — das neue Baugebiet der Stadt — war bis 1900 eine gemeindeeigene Schafweide = Heide, bevor sie zu Fichtenwald aufgeforstet wurde.

Der Langert (4) = langhardt = lichte Weide, Wald auf dem langgestreckten Bergrücken ist nur mit dem kleineren südlichen Teil der Oberkochener Gemarkung zugehörig. Der Aalener Stadtwald liegt zu 80% auf dem Langert. Früher war dieser noch teilweise landwirtschaftlich benutzt (Osterbucher Hof). Bis 1910 besaß der Staat auf dem Langert beträchtliche Waldflächen, die dann gegen städtische Wälder auf dem Härtsfeld vertauscht wurden. Deshalb liegt auch heute noch ein großer Teil des Aalener Stadtwaldes auf Unterkochener Gemarkung und die Grenzsteine tragen altwürtt. Wappen und den Aal zugleich.

Die Waldeinteilung benutzt und ergänzt die Flurnamen:
Kleeb (1) ist der steile, teils von Wacholderheide und Gestrüpp gebildete kleine Distrikt des Gemeindewaldes. Erst durch Aufforstung von Ackerparzellen und Heide ist einer der ärmsten Wälder im städtischen Besitz entstanden.

Thierstein (2) — Der Distrikt 8 der Realgenossenschaft umschließt den Bergrücken der Heide mit vier Abteilungen von Osten:
Abt. 4 Kleeb (1)
Abt. 3 Thierstein (2)
Abt. 2 Loach (5)
Abt. 1 Schlacht (6)

Loach (5) die von der Heidestraße durchschnittene Abteilung mit dem Loachfelsen bedeutet wohl Loh = lichtes Gehölz = Buschwald. Die Schreibweise könnte allerdings auch für Loach = Lache = Grenze stehen.

Schlacht (6) Die Herkunft des Namens ist nicht bekannt. »In der Schlacht« bedeutet vielleicht »G'schlacht« = mild, warm. Das Waldstück ist der steile Teil östlich des Langerttal (7).

Heide (3) ist der Distrikt 2 des Stadtwaldes. Die jetzt zu ca. 70% ausgestockte Fläche wurde früher in sechs Waldabteilungen eingeteilt, die heute kaum noch erkennbar sind.

Abt. 1. Heidekopf
Abt. 2. Thierstein
Abt. 3. Heidefichten
Abt. 4. Loachebene
Abt. 5. Langertebene
Abt. 6. Langertteich


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