Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 246 / 494

 

Rodgrüble ist das kurze Seitental, das vom Langteich nach Westen bergauf zieht und die Grenze zwischen Staats- und Realwald bildet. Am Eingang zum Rodgrüble war der jetzt verfüllte ehemalige »Kolb'sche Steinbruch«. Pächter war die Baufirma Kolb aus Aalen.

Das Böllerhäusle (35) stand, wo der Fußweg zum Rodstein das untere Rodsträßle überquert.

Es hat seinen Namen, weil von hier noch in den 60er Jahren die Oberkochener Feste (Fronleichnam) angeböllert wurden.

Märzenbuckel (33) — der Rücken auf dem heute der Windsack der Drachenflieger weht — hat sicher etwas mit dem sonnigen, warmen Hang zu tun, an dem der Frühling zuerst Einkehr hält. Der nördl. Teil des Bergrückens heißt auch Mühlhalde. Dieser Name ist heute für den Wald nicht mehr im Gebrauch.

Die Kuhsteige (36) führt vom Ort steil hinauf und erreicht die Hochfläche des Eselbuch bei der Waldabteilung Ochsentrieb (56). Auf alten Karten ist der Weg bis zu den Gemeinderiesen (60) — ehemalige Allmendweiden — weiter zu verfolgen.

3. Eßhalde (4)
3. Distrikt der Reahvaldunp_en zwischen Kuhsteige und Gaintal (43) mit vier Abteilungen:
Abt. 1 Kuhsteige (36)
Abt. 2 Eßebene (37)
Abt. 3 Eßhalde (38)
Abt. 4 Hannenloach (39)

In der Abteilung 1 liegt der »Griebigenstein« (40) mit der bekannten Höhle. Zwischen den Abteilungen 1,3, und 4 befinden sich die sogenannten Eßteichle (41), von denen es drei gibt. Das dritte ist oberhalb des bekannten Birkenwäldchens (42).

Der Name Eß (4) ist schwer zu deuten. Er könnte von esch oder ösch kommen = Saatfeld oder Feldflur. Er könnte aber auch ein später Zeuge der Eisenverarbeitung in einer Esse (= Schmiedefeuer) sein.

Griebigenstein (40) könnte der Stein gewesen sein, bei dem die Hirten auf dem Weg über die Kuhsteige (36) zur Hochfläche »ausgegrubt« = ausgeruht haben. Hannenloach (39) heißt in allen Karten auch »Hohner Loh« — der hochgelegene Loh (= lichter Wald). Mit Hahnen = Auerhahnen etc. hat der Name nichts zu tun.

Gaintal (43) ist das östliche Seitental der Urbrenz, das die Eß vom südl. gelegenen Gewann »Pulverturm« trennt.

Was Gaintal bedeutet, konnte mir niemand sagen. In Oberkochen heißt es »Gointel«.

Im Gaintal liegt der Gaulhimmel (44) — das Waldstück war früher unbestockt und diente als Abdeckerplatz zum Verlochen von verendeten Tieren.


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