Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 24 / 494

 

»Bei der Freilegung der Brandbestattung hatte man beobachtet, daß hart nördlich der Urne der kiesige Untergrund lockerer und stark mit Lehm durchsetzt war. Der Boden war auch eine Nuance dunkler gefärbt. Man konnte durchaus vermuten, daß in der Nähe nochmals ein Grab im Boden verborgen wäre.« Dieses von Herrn Hildebrand hier vermutete Grab entpuppte sich später eindeutig tatsächlich als Grab, allerdings als eines, das zu dem damals bereits bekannten Reihengräberfriedhof aus der alamannischen Zeit des 6./7. nachchristlichen Jahrhunderts zuzuordnen und damit ca. 1800 Jahre später einzustufen ist.

Es ist also reiner Zufall, daß die beiden so verschiedenen Gräber — letztlich waren es sogar drei — so dicht beisammen lagen. Das Brandgrab ist, dem Bericht zufolge, der Urnenfelder-Besiedelung zuzurechnen, die beiden anderen Gräber dem frühen Mittelalter.

Die Keltenstraße — und an dieser Tatsache führt kein Weg vorbei — trägt ihren Namen nach wie vor zu unrecht. Im eigentlichen Ortsbereich konnten bislang noch keine keltischen Spuren nachgewiesen werden, — zumindest keine aus der frühen Keltenzeit, die in die Hallstattzeit fällt. Der historischen Richtigkeit halber müßte die Keltenstraße bestenfalls »Urnenfelderkulturstraße« — oder, was schon besser klingt, — »Alamannenstraße« heißen, — doch hiervon später.


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