Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 234 / 494

 

Dietrich Bantel

Das Wappen der Stadt Oberkochen

Gemeindewappen

Das erste heute noch nachweisbare Oberkochener Gemeindewappen setzte sich aus drei Teilen zusammen. Es bestand aus dem modifizierten Wappen der Ritter von Kochen, — ein ungeteilter, unten abgerundeter Schild mit drei Rädern, — aus einer Pflugschar und aus dem Kocherursprung.

Am 16. Januar 1927 erhielt Oberkochen ein neues, einheitlicher gestaltetes Wappen. Es stellte einen aufgeteilten, nach unten abgerundeten Schild dar. Im oberen Teil lag auf goldenem Untergrund die württembergische fünfzinkige Hirschstange in schwarzer Farbe. Im unteren, größeren Teil, erhob sich in der Mitte auf silbernem Grund eine markante Buche mit Büscheln, grünen Blättern und braungrauem Stamm. Links und rechts der Buche stand je eine Pflugschar in blauer Farbe.

Dieses Wappen wies einerseits auf die historischen Zusammenhänge mit Württemberg und andererseits auf die große Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft in Oberkochen hin — allerdings sehr allgemein. Es genügte weder den wappenkundlichen Farbregeln, noch wies es einen eindeutigen Bezug auf Oberkochen oder dessen Vergangenheit und Geschichte auf, — mit anderen Worten: das alte Gemeindewappen war weder aus geschichtlicher noch aus heraldischer Sicht ein echtes Wappen.

 

Stadtwappen

Die Stadterhebung im Jahr 1968 war für Bürgermeister Gustav Bosch und den damaligen Gemeinderat Anlaß gewesen, beim Innenministerium Baden-Württemberg für die junge Stadt Oberkochen ein neues Wappen zu beantragen, nachdem schon Jahre zuvor die Schaffung eines echten Wappens immer wieder in der Diskussion gestanden hatte.

Von Bürgermeister Bosch wurde vorgeschlagen, auf das Wappen des früheren Ortsadels, der Herren von Kochen, zurückzugreifen. Diese führten am Ende des Mittelalters drei Rosen in ihrem Wappen (urkundliche Belegung erstmals im Jahre 1404). Die Orginalurkunde lag bei der Beschlußfassung vor. Unterkochen übrigens führt heute nicht diese Originalform, sondern die Variante in Form von drei Rädern in gleicher Anordnung im Wappen. Als Helmzier sind dort wie in dem für Oberkochen vorgeschlagenen Wappen eine Meerjungfrau mit zwei Fischen verwendet.

Die Herren von Kochen, 1140 erstmals genannt, waren vorwiegend mit Unterkochen verbunden, besaßen in Oberkochen jedoch Güter und dürften


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