Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 23 / 494

 

Bei den Funden handelt es sich um die üblichen für diese Zeit charakteristischen Keramikfunde der sogenannten Hallstattzeit, die bereits in die Eisenzeit überleitet. Einer Auskunft von Forstdirektor Schurr zufolge gehört die Abteilung »Grabhügel« seit 1930 nicht mehr zu Oberkochen. Sie fiel im Rahmen eines Geländetausches an Thurn und Taxis.

In der Nähe des untersuchten Hügelgrabs befinden sich noch weitere Hügelgräber dieser Zeit.

Aus der Bronzezeit sind auf der Schwäbischen Alb und auf dem Härtsfeld zahlreiche Hügelgräber, dagegen wenige Siedlungen bekannt, bzw. nachzuweisen. Es ist nicht auszuschließen, daß auch auf unserer Gemarkung, vor allem auf der Härtsfelder Seite, noch kleinere Grabhügel im Wald verborgen liegen. Die Menschen begannen übrigens in dieser Zeit bereits, mit dem neuen Metall, der Bronze, zu handeln.

Bei Oscar Paret finden wir einen weiteren Hinweis auf Spuren aus der Spätphase dieser Zeit. Er schreibt in seinem Werk »Württemberg in vor- und frühgeschichtlicher Zeit« unter anderem: »Im oberen Kochertal lag bei Oberkochen eine Siedlung«, — und einige Seiten weiter: »Feuerböcke sind bisher bekannt geworden von ... u.a. Oberkochen, Kreis Aalen ...« Unter Feuerböcken versteht man paarweise aus Ton gearbeitete Widerlager für Röste, unter denen gefeuert wurde.

Diese Funde stammen aus einer Brandbestattung der sogenannten Urnenfelderkultur, deren Träger nach 1200 v. Chr. aus dem Nordosten in unsere Heimat einwanderten. Der Fundeintrag von Dr. Binder von der prähistorischen Abteilung des Württembergischen Landesmuseums Stuttgart vom November 1956 lautet: »Oberkochen, Kreis Aalen, Keltenstraße 14 (Haus Eber/Kurz) ... die bis zum Bauch zusammenhängende Urne (die zusammen mit den Feuerböcken geborgen wurde) enthielt zuoberst die Scherben der Deckschüssel, darunter mehrere Schichten zerdrückter Speisegefäße, eine durchlochte Tonscheibe, das Horn eines tönernen Feuerbocks, etliche Rinderzähne im Kieferverband und geringe Reste der Leichenasche, von Metall keine Spur. Alter: späte Bronzezeit.«

Dr. Zürn vom LDA beschreibt diesen wichtigen Fund in der Aalener Volkszeitung vom 28.6.1968 (Sondernummer Stadterhebung) wie folgt: »Als man 1956 einen Fundamentgraben bei Haus Keltenstraße 14 aushob, ist man auf Scherben von handgemachten Tongefäßen gestoßen. Darunter sind solche von dünnwandigen Schalen, die außen und innen graphitiert sind, von einer Henkeltasse und von dickwandigen Vorratsgefäßen. Auch eine runde, in der Mitte durchbohrte Tonscheibe ist darunter und ein kleines Bruchstück eines Feuerbocks aus Ton. Das Stück eines Mahlsteins aus Sandstein und Tierknochen zeigen an, daß es sich bei den Funden um Überreste einer Siedlung handelt, die vor 3000 Jahren, in der Urnenfelderzeit, hier bestanden hat«.

Einem von Kreisarchivar Hildebrand verfaßten Bericht, der in der Schwäbischen Post vom 10.11.1956 erschien, ist hierzu noch folgendes zu entnehmen:


zurück
 
Inhalts-
verzeichnis

weiter

[Home]