Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 213 / 494

 

die Tiefflieger angriffen. Acht Tote mußten nach diesem Angriff auf dem evangelischen Friedhof beerdigt werden. Die Zahl der Verletzten ist nicht bekannt geworden; Zivilpersonen wurden vom Bahnhofsgelände abgehalten. Die Grabstätte trug einige Jahre die Inschrift: »Acht unbekannte Tote«. Die Beschießung dieses Zuges hatte schon einigen Schrecken in die Bevölkerung gebracht. Am folgenden Weißen Sonntag, dem 8. April 1945, läuteten die Glocken zur Kirche, und die Sirenen heulten fast zur gleichen Zeit. Kurz danach waren die Tiefflieger schon über dem Ort. Unter Beschuß war wieder die Bahnlinie.

Die Erstkommunikanten dieses Jahres werden ihren Weg zur Kirche und von der Kirche und das beklemmende Gefühl der kreisenden Flugzeuge während des Gottesdienstes wahrscheinlich nie vergessen. An diesem Sonntag machten Einheiten der Waffen-SS hier Rast. Vor den meisten Häusern an der Hauptstraße hatten sie sich niedergelassen. Es ist vermutet worden, daß der am Mittwoch darauf folgende Angriff der SS gegolten haben könnte. Am Mittwoch, dem 11. April, folgte dann der schwere Tieffliegerangriff auf die Gemeinde. Die Tiefflieger waren so schnell hier, daß sie fast gleichzeitig mit den Sirenen die akute Luftgefahr mit ihren Bordwaffen verkündeten. Die Dorfstraße war an diesem Nachmittag sehr belebt. Vor der Metzgerei »Zum Lamm« standen etwa 100 Personen um Fleisch- und Wurstwaren an. Die Straße war noch nicht frei, als die ersten Bomben fielen. Fünf Bomben wurden insgesamt gezählt. Den schwersten Schaden richtete die beim Rathaus in die Gebäude Heiden-


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