Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 211 / 494

 

Albert Seckler

Oberkochen nach dem Zweiten Weltkrieg

Auf den ersten Blick scheint die Aufgabe, die teilweise stürmische Entwicklung Oberkochens nach 1945 im Rahmen eines Stadtbuches darzustellen, verhältnismäßig einfach zu sein. Einige markante Punkte zeichnen sich nämlich sofort deutlich ab:

Dem steht allerdings — nicht zuletzt als Folge des »Mauerbaues« an jenem 13. August 1961 — eine zurückgehende oder allenfalls stagnierende Einwohnerzahl mit nicht zu unterschätzenden mittelfristigen Problemen vielschichtiger Art entgegen. Weiterhin: bei einem Waldanteil von 65% an der Gemarkungsfläche wird das Waldsterben gerade in Oberkochen mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden müssen, und die Wunden, welche bei der Sturmwurfkatastrophe Ende Februar 1990 rund um die Stadt geschlagen worden sind, werden noch für geraume Zeit an die Unberechenbarkeit der Naturmächte erinnern; der Umweltschutz erfordert rasch immer aufwendigere Maßnahmen.

Von einer rundum heilen Welt im Falle Oberkochens zu sprechen hieße also die Augen vor der Realität verschließen. Wir werden uns im folgenden bei allem berechtigten Stolz über »unsere kleine Stadt« auch davor hüten müssen, deren Entwicklung in der Nachkriegszeit aus dem verengten Blickwinkel heraus allzu rosig zu sehen. Im Sommer 1974 eröffneten »Ostalb/Einhorn«, die für Heimat und Kultur im Ostalbkreis sehr ergiebigen Vierteljahreshefte, die Vorstellung der einzelnen Nahbereiche mit Oberkochen. Was Hermann Baumhauer damals generell für die Behandlung heimatgeschichtlicher


zurück
 
Inhalts-
verzeichnis

weiter

[Home]