Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 20 / 494

 

Breite 4 cm, Dicke 2 cm. Gefunden am 7.4.68 von Dr. Carl Weidmann, Oberkochen, auf einem Lesesteinhaufen in der Flur »Strick«, 1,2 km SSW vom Ort. In dem Bereich liegt die Kocherquelle. Fund in dessen Besitz. Mitteilung durch v. Gleich. 4.6.68 Zürn.«

Die näheren Umstände des Fundes sind in einem ausführlichen Fundbericht der Festnummer anläßlich der Stadterhebung im Amtsblatt »Bürger und Gemeinde« vom 28.6.68 nachzulesen. Das Beil wird als etwas jünger als der in der Aalener Straße gefundene Hammer angesehen. Es stellt einen völlig anderen Werkzeugtyp dar als der zuvor beschriebene Hammer. »Die Schneidseite besitzt einen guten Schliff, während die Schäftungsseite sehr rauh ist. Durch längeres Liegen an der Oberfläche ist die Politur durch Regen und Witterung angegriffen. Eine doppelte Beschädigung der Schneide erfolgte vermutlich in jüngerer Zeit, erkenntlich am frischen Bruch. Das Beil war wahrscheinlich in einem Teilstück eines Hirschgeweihs befestigt oder direkt in einem Gabelholz (oder einem gespaltenen Stielholz) geschäftet.« (Dr. W.)

Mit diesen beiden steinzeitlichen Funden ist natürlich keine vorgeschichtliche Siedlung auf unserer Gemarkung nachzuweisen. Belegbar ist aber immerhin, daß sich Jäger hier aufgehalten haben, — ja, in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, etwa in Königsbronn, Heidenheim und am Rosenstein sind noch viel ältere Spuren menschlicher Existenz nachgewiesen: Werkzeugfunde, die in die Zeit des Neandertalers verweisen (100.000 Jahre) oder im Raum Ochsenberg/Schnaitheim die ältesten sicheren Spuren menschlicher Steinwerkzeugherstellung (1,5-1,8 Millionen Jahre).

Es erscheint beachtlich, daß innerhalb relativ kurzer Zeit gleich zwei vorgeschichtliche »Zeugen« auf Oberkochener Gemarkung gefunden wurden. Offene Augen und gezielte Forschungen vor allem auch in den Bereichen um unsere Höhlen können und könnten hier noch vieles ausrichten.

 

Bronzezeit (1800-1200 v. Chr.) und
Urnenfelderkultur (1200-700 v. Chr.)
Die Kelten der Hallstattzeit (700-450 v. Chr.)

Die Spuren aus der an die Jungsteinzeit anschließenden Bronzezeit sind bei uns sehr dürftig. In den Unterlagen des LDA findet sich lediglich eine Notiz in den Fundberichten Baden-Württemberg 1914/16: »Forst Oberkochen, Abteilung »Grabhügel«. Grabhügelfunde. Funde in Sammlung Heidenheim.«

Da es sich bei dieser Grabung um die einzige ihrer Art auf unserer ehemaligen Gemarkung handelt, sei aus den oben erwähnten Fundberichten zitiert: Oberkochen. Hügelgrab aus der jüngeren Hallstattzeit, ausgeschachtet am


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