Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 196 / 494

 

8) Kolbenstange (Aufstellung von 11 Maschinen geplant)
9) Erschließungsstollen (Antransport)
10) Erschließungsstollen (Abtransport)
6), 7) u. 8) (nicht schraffiert) Planung Sept. 1944 »unterirdische Fertigungsanlage« (unter dem Bereich Volkmarsbergstraße/Brunnenhalde)
11) Stollen-Verbindungsgang mit Firma Bäuerle
Die Stollen vier, sechs, sieben und neun weisen in der Lageplanzeichnung im Maßstab 1:1000 eine Länge von je 70 Meter auf. In diesen 4 Fertigungsstollen sollten insgesamt 52 verschiedene Maschinen aufgestellt werden. Der 3. Erschließungsstollen (mittlerer Stollen) befindet sich auf dem letzten reduzierten Plan nicht mehr.

an den Herrn Baubevollmächtigten des Reichsministeriums, Speer, im Bezirk der Rüstungsinspektion V nicht mehr. Mit Datum vom 11.12.1944 gibt es ein weiteres Schreiben, aus dem hervorgeht, daß man sich weiterhin um Zementbelieferung bemühte, — vier Monate bevor der Amerikaner in Oberkochen einmarschierte.

Fritz Leitz, der von 1921-1934 Vertrauensmann des Schwäbischen Albvereins gewesen war, hatte sich auch besonders um die Förderung des Skisports in Oberkochen angenommen. Mit Fritz Leitz-LKWs fuhr man zu den Rennen, und unter seiner Leitung waren 1924 die erste Schutzhütte, 1930 der Volkmarsbergturm errichtet worden. Der Firmenchef verstarb am 20.1.1942. Seine Bestattung glich einem Staatsbegräbnis — weitangereiste Funktionäre erwiesen ihm die letzte Ehre mit Fahnen und Fanfaren.

Die Firma Fritz Leitz hatte Zweigbetriebe in Giengen/Brenz und in Burgrieden bei Laupheim und beschäftigte mit Zulieferern vor Kriegsende ca. 1500 Menschen, — davon fast 1000 in Oberkochen!

Immer drückender machte sich der Krieg nun auch in Oberkochen bemerkbar. Man durfte abends und nachts kein Licht mehr machen. Feindliche Bomberverbände überflogen den Ort, und die ersten Tiefflieger. Einige Jaboangriffe (Jabo = Jagdbomber) unmittelbar vor Kriegsende galten vorwiegend der Bahnlinie und den Zügen. Oberkochen war jedoch, mit kurzen Unterbrechungen, bis zum Einmarsch der Amerikaner am 24. Apri11945 mit der Eisenbahn zu erreichen. Hierzu ein Oberkochener: »Am Sonntag, 18. März 1945 war Konfirmation, — ein wunderschöner ruhiger Tag. Alle Verwandten waren da. Sie sind ganz normal mit dem Zug gekommen und wieder mit dem Zug abgereist. Der Ami war damals bereits in Heidelberg.«

Außer dem teilweise fertiggestellten Leitz-Luftschutz-Stollen gab es einen Luftschutzraum in der Dreißentalschule, nichts Besonderes, und Luftschutzräume in den Kellern der Fabriken. Im Zuge der Errichtung von WIGO-Neubauten ist dort auch ein kellerähnlicher Luftschutzraum gebaut worden, mit


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