Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 194 / 494

 

Bei der Firma Fritz Leitz, die inzwischen zum »NS-Musterbetrieb«, — der 1942 verstorbene Firmenchef war »Wehrwirtschaftsführer«, — emporgewachsen war, war ab 1935 ununterbrochen gebaut und erweitert worden. (Das letzte Gebäude dieser Firma, das sich äußerlich noch im »Urzustand« befand, wird derzeit, 1986, von der Firma Carl Zeiss umgebaut).

Noch 1944 und möglicherweise 1945 wurde an dem sogenannten »Leitz-Stollen« gearbeitet. Aus dieser Zeit, (Mai bis September 1944) gibt es eine Planzeichnung, aus der hervorgeht, daß über diesen, ganz offensichtlich von Hand aus dem Fels gehauenen, (wobei die Frage offen bleibt: von wem?) und nur ansatzweise endausbaufertigen Luftschutzstollen (zwei Eingänge), eine unterirdische, in den massiven Fels geplante Fertigungsanlage zu erreichen hätte sein sollen. In diesem Plan sind über 50 Maschinen zur Fertigung von Flugzeugteilen eingezeichnet. Vier parallellaufende, durch zwei senkrecht dazu verlaufende Erschließungsstollen zu erreichende Fertigungsstollen sind nach den in ihnen zu produzierenden Fertigungsteilen benannt: Zylinderstraße, Anschlußstück, Achsschenkel, Kolbenstange. Auch ein Verbindungsstollen zur Firma Bäuerle war geplant. Aus den Unterlagen geht hervor, daß Ende 1944 Engpässe in der Zementbelieferung auftraten, die die Arbeiten dann schließlich zum Erliegen brachten. Hier half auch ein persönliches Schreiben des Nachfolgers des 1942 verstorbenen Firmenchefs vom 21.6.1944


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