Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 18 / 494

 

Dietrich Bantel

Oberkochen bis zur ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1337

Oberkochen habe keine Geschichte. So kann man immer wieder hören, oder zumindest: sie beginne erst mit der angeblich ersten urkundlichen Erwähnung des Orts im Jahr 1240, als ein Graf Hartmann von Dillingen, der letzte Brenzgaugraf und seinerzeitige Besitzer der heutigen Gemarkung Oberkochen, etwa die Hälfte des Gebiets dem Kloster Ellwangen schenkte; die andere vererbte er testamentarisch im Jahr 1258 an die Grafen Helfenstein/Geislingen. Tatsächlich jedoch, so haben die neuesten Nachforschungen von Christhard Schrenk (1985) ergeben, kann Oberkochen mit Sicherheit erst ab dem Jahr 1337 nachgewiesen werden. Die Urkunde von 1240 erwähnt lediglich den Namen »Kochen«, womit der Fluß und ein bestimmter Landstrich entlang des Oberlaufs des heutigen Kochers, nicht aber »Oberkochen« selbst gemeint ist. Hiervon wird an anderer Stelle ausführlich die Rede sein.

Hier soll nun aufgezeigt werden, — und die meisten Erkenntnisse hierfür wurden erst während der letzten beiden Jahrzehnte gewonnen, — daß es auf Oberkochens Gemarkung auch vor der Stichzahl 1337 bis in die graue Vorzeit hinein, die Steinzeit, archäologisch nachweisbare Besiedlungs- und Kulturspuren gibt, die zwar allgemein nicht von überregionalem, dafür aber umsomehr von lokalem, heimatkundlichem Interesse sind.

Das Landesdenkmalamt hat dem Verfasser für diese zum ersten Mal zusammenhängende und ausführliche Oberkochener Vorgeschichtsdarstellung freundlicherweise Ablichtungen der dort vorliegenden Fundberichte und Beschreibungen zur Verfügung gestellt (Dr. Dieter Planck, Hauptkonservator des LDA Baden-Württemberg, Abt. Archäologische Denkmalpflege, Stuttgart) und diesen Bericht auf seine historische Richtigkeit durchgesehen (Dr. Ingo Stork, LDA BW/Stuttgart, — Leitung der Ausgrabungen im alamannischen Gräberfeld Oberkochen, 1980).
Dafür herzlichen Dank.


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