Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 164 / 494

 

bracht wurde. Später erhielten wir richtige Schier, mit denen wir die Wälder durchstreiften und an den Hängen um Oberkochen unsere Künste ausübten. An der letzten Kehre des Wegs zum Volkmarsberg vor dem Wald begann das Rodeln. Bei günstiger Schneelage konnte man das Dreißental vor, über die Hauptstraße hinweg, den Kocher erreichen. Vorne auf dem Schlitten saß der Lenker mit Schlittschuhen. Ich glaube, es war das Jahr 1933, als mein Schulkamerad Karl Lense bei der deutschen Meisterschaft im Schilanglauf den ersten Platz errang. Ihm wurde zur Heimkehr ein prächtiger Empfang bereitet, an dem der ganze Ort teilnahm. Leider wurde Lense ein Opfer des letzten Krieges, nachdem ich ihn noch vorher am Bahnhof in Rastatt aus einem Frontzug zurufen und winken sah.

Oberkochen konnte auch gute Geräteturner wie Karl Wannenwetsch, Ludwig Wunderle und Schneidermeister Fischer aufweisen. Die kleine Turnhalle war damals das letzte Gebäude im Katzenbach auf der linken Seite. Im Forsthaus, gegenüber dem alten Schulhaus, amtete Forstmeister Martin. Mit seiner Pferdekutsche fuhr er fast jeden Tag hinaus in die weiten Wälder.


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