Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 159 / 494

 

ein Jahr weiterführen kann und 1989 endgültig aufgeben muß. Der Firmenname und die Produkte gehen an ein Heidelberger Unternehmen über. Mit der Firma Okoma geht die lange Tradition des Holzbearbeitungsmaschinenbaues in Oberkochen endgültig zu Ende.

 

Bäuerle Stahlbau GmbH (1977)

1977 gründet Adolf Bäuerle, Sohn des 1979 verstorbenen Ehrenbürgers Albert Bäuerle, in den Gießerei- und Ziehereigebäuden des ehemaligen Oberkochener Familienunternehmens die »Bäuerle Stahlbau GmbH«. Die Basis des Betriebes bildet die Dünnblech- und Gußständer-Produktion der Werkzeug- und Maschinenfabrik J.A. Bäuerle, die aus dem 1974 nach Böbingen verlagerten Werk herausgelöst und nun von Adolf Bäuerle zu einer selbständigen Firma in Oberkochen ausgebaut wird. Die Bäuerle Stahlbau GmbH spezialisiert sich mit Schweißkonstruktionen und Blechbearbeitungen als Zulieferbetrieb für den Maschinenbau. Mit 25 Mitarbeitern werden Ständer und andere Maschinenteile hergestellt, die in dieser Verfahrenstechnik wesentlich individueller gestaltet und besser der Modell- und Maschinenvielfalt angepaßt werden können als die früher üblichen Gußteile. Da das Betriebsgelände keine Erweiterungsmöglichkeiten bietet, wird 1983 eine weitere Werkstatt im Aalener Industriegebiet in Betrieb genommen, die, mit zwei 10 t-Kränen ausgerüstet, der Bearbeitung schwerer Maschinenteile dient. Mit einer computergesteuerten Brennschneidemaschine und einem ebenfalls rechnergesteuerten Fräs- und Bohrwerk hat sich Bäuerle Stahlbau auf die Erfordernisse der Zukunft eingestellt.

 

Oberkochen heute

Das einstige Bauern- und Hafnerdorf Oberkochen ist heute eine bedeutende Industriestadt. Die hier ansässige Industrie genießt Weltruf. Während der Name Carl Zeiss wohl bei allen Bevölkerungsschichten im In- und Ausland bekannt sein dürfte, gelten Leitz, Schmid, Oppold und andere Firmen zumindest der Fachwelt als Inbegriff für Qualität, die höchsten Ansprüchen gerecht wird. Die Industriebetriebe sind exportorientiert: 30,40, bei manchen Betrieben sogar über 50% der Produktion werden an ausländische Abnehmer geliefert. Oberkochen verdankt der Industrie viel. Konnten bereits die vor dem 1. Weltkrieg vorhandenen Betriebe sichere Voraussetzungen für dauerhaften Wohlstand und ein beständiges Wachstum schaffen, und wurde Oberkochen schon damals neben den bedeutend größeren Städten Remscheid und Schmalkalden als eines der drei nationalen Zentren der Werkzeugindustrie für die Holzbearbeitung genannt, so markiert dennoch erst die Ansiedlung der Firma Zeiss 1946 den eigentlichen Einschnitt in der Geschichte der Stadt. Die Einwohnerzahl stieg explosionsartig an: Während sie 1939 noch 2 002 Einwohner


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