Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 158 / 494

 

wieder in das Elternhaus von Frau Jelonnek. Dann verunglückt Gunter Jelonnek im Jahre 1976 tödlich. Doch Lotte Jelonnek gibt nicht auf und meistert die schwierige Lage. Ihr steht der einundzwanzigjährige Sohn Klaus zur Seite, der, gerade von der Bundeswehr entlassen, seine Studienwünsche ohne Zögern aufgibt. 1979 nehmen sie den Schwiegersohn und Schwager Rudolf Hurler mit in die Geschäfteführung auf, der heute gemeinsam mit seiner Frau das Unternehmen leitet. Äußeres Zeichen ihres Erfolges ist der 1985 im Gewerbegebiet »Schwörz« eingeweihte neue Betrieb mit 800 m² Nutzfläche, in dem 20 Mitarbeiter beschäftigt sind. Zum festen Kundenkreis gehören namhafte Firmen wie Carl Zeiss, Voith, Siemens und SEL, ANT Bosch Telecom und Picker, für die auch Entwicklungen übernommen werden. Die Flexibilität des Unternehmens, das sich der handwerklichen Tradition verpflichtet fühlt, läßt auch Einzelfertigungen zu.

 

Okoma Maschinenfabrik GmbH (1975)

Im Juni des Jahres 1975 gründen Kurt Büttner und Max Wirth die Firma Okoma. Kurt Büttner stammt aus Zeulenroda/Thüringen, war in den fünfziger Jahren als Konstrukteur bei der Firma Bäuerle, später bei Wannenwetsch und zuletzt als Geschäftsführer bei der Maschinenfabrik Georg Funk in Waldhausen beschäftigt. Der Oberkochener Max Wirth war Außendienst-Abteilungsleiter, bevor er sich mit einer eigenen Handelsfirma, in der er auch Bäuerle-Produkte vertrieb, selbständig machte.

Zusammen erwerben sie das Tischlerei-Maschinenprogramm und die Fabrikationsräume der inzwischen nach Böbingen verlagerten Firma J. Adolf Bäuerle und setzen in der Bahnhofstraße mit dreißig Mitarbeitern die Produktion dieser Maschinen fort. Der gute Ruf, den diese Maschinen in der Fachwelt genießen, vermindert für das junge Unternehmen das Startrisiko. Entscheidend für die Etablierung des Betriebes erweist sich die Verbindung zur Firma Funk, für die zunächst der Vertrieb einer speziellen Fensterherstellungsmaschine übernommen wird. Für diese Spezialmaschine, eine winkelförmig angeordnete Kombination von Schlitz- und Fräsmaschine nach einer Idee von Kurt Büttner, die einen automatischen Ablauf der Fensterproduktion ermöglicht, wird bereits nach einem halben Jahr das Herstellungsrecht erworben. Das System wird bei Okoma für die Fensterindustrie als computergesteuerte Fertigungsstraße, aber auch für kleine Handwerksbetriebe ausgebaut. Außerdem entwickelt die Firma das Standard-Maschinenprogramm weiter. Nach dem Ausscheiden von Max Wirth (1983) ist Kurt Büttner alleiniger Geschäftsführer der Okoma Maschinenfabrik, die zu dieser Zeit etwa 100 Mitarbeiter beschäftigt.

Trotz des vielseitigen Fertigungsprogrammes geht das Unternehmen 1988 in Konkurs. Konkursmasse und Mitarbeiter werden zunächst — um die bei der Okoma eingebrachten Lieferleistungen und das know how zu retten — von der Beier GmbH übernommen, die die Okoma Maschinenfabrik aber auch nur


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