Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 157 / 494

 

Werner Schwimmer (1963)

1963 wagte der aus Jena stammende und seit 1956 in Oberkochen lebende Werner Schwimmer den Schritt in die Selbständigkeit. Im 40 qm großen Keller des »Kirchenschmiedes« gegenüber der katholischen Kirche beginnt er mit der Fertigung von Drehteilen als Zulieferbetrieb. Einen Partner findet er nach einem knappen halben Jahr in Wolfgang Werner. Der Raum wird bald zu klein, deshalb weichen sie in ein Haus in der Weingartenstraße aus, dort beschäftigen sie dann schon 4-5 Mitarbeiter. Als sie in die Katzenbachstraße an's »Sappereck« umziehen, sind daraus schon acht geworden. 1967 trennen sich die Wege der beiden Geschäftspartner, Werner Schwimmer wählt das Risiko und führt den Betrieb mit drei Mitarbeitern im Hause Sauter neben der Spedition Fischer allein weiter. 1976 kann er ein eigenes Haus errichten, in dessen Untergeschoß er eine Werkstatt installiert.

Als mit dem inzwischen Meister gewordenen Sohn ein mit den modernsten Fertigungstechniken vertrauter Mitarbeiter zur Verfügung steht und auch die Elektroinstallation des Wohnhauses eine Ausweitung des Betriebes, in dem nunmehr 12 Mitarbeiter an vier CNC-Maschinen arbeiten, nicht mehr zuläßt, wird an den Bau eines Fabrikgebäudes gedacht. Der 1986 begonnene Bau in der Schwörz wird 1987 fertiggestellt. Dort sind nunmehr 20 Mitarbeiter mit der Herstellung von Drehteilen beschäftigt, die in der Elektroindustrie, dem Automobil- und Getriebebau Verwendung finden, Abnehmer sind u.a. die Firmen Bosch und Philips. Flexibel reagiert Schwimmer auf den Markt, die zunächst relativ starke Abhängigkeit von der Autoindustrie im Zuliefergeschäft wird erheblich reduziert.

Neben Einzelteilen liefert die Firma auch verkaufsfertige Produkte, wie z.B. Leuchter für die Firma WMF. Ein kleines eigenes Geräteprogramm für medizinische Zwecke (Schlauchpumpen für die Nierendialyse, Laborgeräte) ergänzt das Fertigungsspektrum, das in seiner durchdachten Mischung wenig krisenanfällig ist.

 

Jelonnek, Transformatoren und Wickelgut GmbH (1966)

Gunter Jelonnek kommt 1945 aus Berlin nach Oberkochen und heiratet hier die aus einer Oberkochener Handwerkerfamilie stammende Lotte Kopp. Jahrelang arbeitet er in einer Stuttgarter Transformatorenfabrik. Der wohlmeinende Rat eines Branchenvertreters, »es in Oberkochen selbst zu machen«, gibt schließlich den entscheidenden Anstoß für die Firmengründung. 1966 beginnen Gunter und Lotte Jelonnek in ihrer Wohnung in der Heidenheimer Straße 44, unterstützt durch eine Helferin, mit dem Wickeln von Transformatoren. 1967 mieten sie in der Dreißentalstraße 41 einen ausgebauten Schuppen, ziehen aber nach zwei Jahren wieder zurück in die Heidenheimer Straße, zunächst in einen 50 m² großen Anbau hinter dem heutigen Drogeriemarkt Schlecker — dort beschäftigen sie schon zehn Mitarbeiter — und später, 1971,


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