Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 156 / 494

 

der bis dahin bei der Firma Zeiss tätige agile Betriebsingenieur den Wunsch nach Selbständigkeit. Drei Jahre später bereits erstellt er im Gewand »Schwörz« eine Gießerei mittlerer Größe, wobei er das Interesse der Firma Zeiss an einer Gießerei in Werksnähe berücksichtigt. Mit seinen 15 Mitarbeitern stellt Egerter hauptsächlich Aluminiumgußteile her, doch werden auch andere Metalle verarbeitet. Rund 60% der Aluminiumgußproduktion gehen an die Firma Zeiss, die somit für die Gießerei zum wichtigsten Abnehmer wird. Durch ihre Relief-Kunstgüsse aus Aluminium wird die Firma Egerter in weiten Bevölkerungskreisen bekannt.

1984 übernimmt der aus Nordrhein-Westfalen stammende Gießereitechniker Georg Hoffmann den Betrieb, der nach einer zweijährigen Interimszeit der Verpachtung wieder neu aufgebaut werden muß. Die Firma beliefert rund 60 Kunden, darunter namhafte Betriebe der weiterverarbeitenden Industrie. Es können Gußstücke bis zu 200 kg in Aluminium gegossen werden, daneben wird der Ausbau auf Kokillen- und Niederdruckguß vorangetrieben. 1988 wird der Betrieb aufgegeben, die Gebäude übernimmt die Firma Anton Grupp, Metallbau.

 

Beier GmbH (1965)

Im März des Jahres 1965 eröffnen die aus Leobschütz/Schlesien stammenden Ingenieure und Brüder Siegfried und Eckhard Beier in der Elmer'schen Hafnerwerkstatt ein Ingenieurbüro mit angegliederter Elektrowerkstatt. Zunächst nebenberuflich werden mit Hilfskräften in den Abend- und Wochenendstunden Motorreparaturen ausgeführt und Schützensteuerungen hergestellt. Daneben wird auch schon mit der Konstruktion von Steuerungen begonnen. Als sie die ersten Mitarbeiter fest anstellen können, sind die Gebrüder Beier schon Mieter des Gebäudes Aalener Str. 19, des früheren Jugendhauses, das sie 1970 erwerben.

Nachdem sie dieses Haus an die Stadt verkauft haben, ziehen sie 1977 mit 24 Mitarbeitern in gemietete Räume der Firma Okoma; 1978 wird die Abteilung Meßelektronik gegründet; die Mitarbeiterzahl wächst auf 40 an. Der stetige und beständige Aufschwung ermutigt die Inhaber zum Kauf eines größeren Baugeländes im Gewand »Schwörz«. Im April des Jahres 1982 zieht dann der Betrieb mit seinen insgesamt 70 Mitarbeitern in eine eigene moderne Fabrikationshalle auf dem ehemaligen Terrain des städtischen, vormals Bäuerle'schen Gutshofes um.

Heute beschäftigt die Firma Beier 82 Mitarbeiter mit der Entwicklung, Projektierung, Konstruktion und Produktion von elektrischen und elektronischen Steuerungen, Geräten der Meß-, Steuer-, Regel-, Feinwerk- und Registriertechnik sowie Hard- und Software für Mikroprozessor- und Personalcomputersysteme, die in den verschiedensten Branchen Anwendung finden.


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