Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 149 / 494

 

den mit ihrer Massenproduktion von Handbohrern tragen ein übriges dazu bei. Als Einmannbetrieb arbeitet Karl Wannenwetsch weiter, ab 1927 nimmt er auch einzelne Typen von Maschinenbohrern in sein Programm mit auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg übergibt er seinem Sohn, Karl Wannenwetsch jun., den Betrieb. Dieser hat bei seinem Vater das Bohrermachen erlernt, später eine kaufmännische Ausbildung erhalten und ist danach in verschiedenen Industriebetrieben tätig gewesen. Schon 1950 wird das Programm auf Fräser für Handoberfräsen erweitert.

Der Aufschwung ist unverkennbar, der Betrieb wird vergrößert; 1960 sind 43 Mitarbeiter auf die Herstellung von Maschinenbohrern und Schaftwerkzeugen, auch in hartmetallbestückter Form (für die Bearbeitung moderner Plattenwerkstoffe), spezialisiert. Anfang der siebziger Jahre wird mit der Fertigung von Werkzeugen für professionelle Heimwerkermaschinen begonnen. 1978 übernimmt der Enkel des Firmengründers, Dipl.-Volkswirt Ulrich Wannenwetsch, die Geschäftsführung des Betriebes, in dem er seit sechs Jahren tätig ist. Unter seiner Regie verdoppelt sich der Umsatz, steigt der Exportanteil auf 50%, wird eine neue Halle gebaut und die Belegschaft erheblich erweitert. Gefertigt werden heute vor allem Maschinenbohrer, speziell Bohrer für Bohrautomaten der Möbelindustrie und Schaftfräser in Stahl und hartmetallbestückt (auch Wendeplattensysteme). Hinzu kommt ein breit ausgebautes Heimwerkerprogramm. Die Firma unterhält zwei eigene Verkaufsniederlassungen in Frankreich und England und beschäftigt zur Zeit 110 Mitarbeiter.

 

Röchling — Kaltwalzwerk KG (1906/07)

Ein weiteres bedeutendes Unternehmen, das sich aber hinsichtlich seiner Produktion nicht in die Reihe der bisher beschriebenen Oberkochener Betriebe einordnen läßt, ist das in den Jahren 1906/07 entstandene Kaltwalzwerk im Gewand »Schwörz«. Auch dieser Betrieb suchte noch die Wasserkraft des Kochers zu nutzen und über Turbinen den benötigten Strom zu erzeugen. Gründer der Firma ist Karl Walter, ein Kaufmann aus Aalen. Er veräußert den noch kleinen Betrieb nach den Rückschlägen, die ihm aus den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Nachkriegszeit erwachsen, 1928 an die in Völklingen (Saarland) ansässigen Röchlingschen Eisen- und Stahlwerke. Dieser Konzern verhilft dem Betrieb zu Größe und Bedeutung. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelingt es, die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens durch Erweiterung der Kapazität, durch Einführung von Spezialprodukten und nicht zuletzt durch die Anwendung moderner Technologie weiter zu erhöhen.

Das Kaltwalzwerk ist das einzige seiner Art in Süddeutschland. Mag auch der Weg vom Stahlwerk, beziehungsweise Walzwerk, in dem das in Ringform gelieferte Warmband hergestellt wird, bis Oberkochen weit erscheinen, so liegt das traditionelle Absatzgebiet, der gesamte süddeutsche Raum, für den


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