Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 142 / 494

 

eine zunehmende Bedeutung haben. Im Leitz-Firmenverband sind über 4600 Mitarbeiter tätig. In diesen Daten manifestiert sich die einzigartige Entwicklung einer Firma, die, ausgehend von einer kleinen Oberkochener Bohrerwerkstatt und nach wie vor im Besitz der Nachkommen des Firmengründers, zum führenden Hersteller von Holzbearbeitungswerkzeugen in Europa geworden ist.

 

Jakob Schmid GmbH & Co. Werkzeugfabrik (1882)

Das drittälteste Unternehmen der Werkzeugbranche in Oberkochen wird von Jakob Schmid gegründet. Auch er hat bei Jakob Christoph Bäuerle die »Kunst des Bohrermachens« erlernt, bevor er sich im Jahre 1882, im Alter von dreiundzwanzig Jahren, nach seiner Rückkehr vom Militärdienst selbständig macht. Seine Werkstatt befindet sich zunächst im Hause Nr. 84 in der Katzenbachgasse (heute Katzenbachstr. 4). Vier Jahre später zieht er in sein eigenes neuerbautes Haus in der Jägergasse (heute Dreißentalstr. 7, Optik Seiler). Da sich Schmids Betrieb dort keine Möglichkeit zur Nutzung von Wasserkraft bietet, müssen Schleif- und Schmirgelbock sowie der Blasebalg von Hand betrieben werden. Diese Arbeit wird zunächst von der Ehefrau, später von den heranwachsenden Söhnen übernommen. 1908 setzt der Betrieb — als erster in Oberkochen — einen schon vom Elmer'schen Elektrizitätsnetz gespeisten Elektromotor ein; der Standort fällt nun gegenüber den anderen Unternehmen an Kocher, Guten- und Katzenbach nicht mehr nachteilig ins Gewicht. Jakob Schmid ist es jedoch nicht vergönnt, den Erfolg dieser Investition zu erleben, er stirbt wenige Wochen später an den Folgen eines Schlaganfalles.

Der einundzwanzigjährige Sohn Josef übernimmt die Werkstatt, unterstützt vom jüngeren Bruder Karl. Sie stellen Handbohrer her, vergrößern die Werkstatt, und Josef Schmid legt seine Meisterprüfung im Bohrermacher-


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