Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 14 / 494

 

meinde (alle in beiden Teilen Oberkochens wohnhaften Personen), Bürgergemeinde (alle Inhaber des Bürgerrechts aus beiden Ortsteilen) und Realgemeinde (alle in einem der beiden Ortsteile wohnenden Inhaber eines Realrechts) werden im Zusammenhang mit der Oberkochener Realgenossenschaft (C.SCHURR) dargestellt.

Die katholische und die evangelische Teilgemeinde führten jedoch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ein so starkes Eigenleben auch in politischen Fragen, daß die gemeinsame bürgerliche Gemeinde keine wirksamen Aktivitäten entfalten konnte.

 

Vereinigung des Dorfs im Jahre 1803

Seine Vereinigung nach jahrhundertelanger Doppelexistenz verdankt Oberkochen großen weltpolitischen Vorgängen. Die ersten Jahre des 19. Jahrhunderts sahen den Siegeszug Napoleons durch Europa, der auch in Deutschland tiefe Spuren hinterlassen hatte.

Der sogenannte Reichsdeputationshauptschluß von 1802/03 verfügte das Ende der Selbständigkeit vieler der fast unzähligen deutschen Staaten. Unter anderem wurde die Fürstpropstei Ellwangen dem 1806 zum Königreich aufsteigenden Herzogtum Württemberg einverleibt.

Damit war ganz Oberkochen württembergisch geworden. Die Zollgrenze, die den Ort durchzog, hatte ihre Funktion verloren. Die Zollstation, in der seit 1607 im Ortskern (in der Nähe des heutigen Gasthofs Lamm) alle Durchgangswaren zwischen Ellwanger und Württemberger Hoheitsgebiet und die aus Oberkochen ausgeführten Waren verzollt werden mußten, wurde zum Wohnhaus des königlichen Revierförsters. Dieser Revierförster unterstand den Forstbehörden in Heidenheim, während die zuständige Finanzbehörde, das Cameralamt, in Unterkochen und das Gericht in Aalen angesiedelt war. In Oberkochen selbst amtierten bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zwei Schultheißen, die ab 1803 das Amt zunächst gemeinsam weiterführten (D. BANTEL: Oberkochener Schultheißen und Bürgermeister). Das Schulwesen blieb jedoch bis 1936 konfessionell getrennt (V. SCHRENK: Geschichte der Oberkochener Schulen).

 

Aufkommen von Gewerbe und Industrie

Verdienstmöglichkeiten boten zu Beginn des 19. Jahrhunderts neben dem alten Handwerk (C. SCHRENK: Mühlen; U. FEIL, A. KÄMMERER, D. BANTEL: Köhler; A. MAGER: Hafner) in erster Linie die Landwirtschaft (K. SCHURR: Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Naturschutz) und der Wald (C. SCHURR: Aus der Geschichte der Realgenossenschaft). Mit dem


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