Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 132 / 494

 

17. und 18. Jahrhundert

Juli 1645:
Der große Krieg wütet nun schon 28 Jahre und lastet schwer auf dem geplünderten und zerstörten Land. Am späten Nachmittag nähert sich ein Trupp Reiter von Norden her dem Dorf. Die wenigen Bewohner, knapp hundert von ehemals 500 sind es, die der Krieg und die Pest verschont haben, verstecken sich ängstlich in ihren Häusern. Wieder sind es Welsche, französische Dragoner, auf der Suche nach versprengten bayerischen Soldaten, Fliehenden aus dem gestrigen Treffen bei Allerheim nahe Nördlingen. Die Reiter tränken ihre Pferde und bereiten sich ein Nachtlager im verfallenden Laborantenhaus am Kocherursprung.

Schon lange schweigen die Hämmer am Ursprung des kleinen Flüßchens. 1634, nach der ersten Nördlinger Schlacht, ist der Hochofen stillgelegt worden, vor allem wegen der täglichen Durchzüge und Plünderungen — im Jahr 1635 ist die bei der Schmelzhütte noch vorhandene Kohle samt 50 Werkstücken von einem in Königsbronn liegenden kaiserlichen Stückhauptmann weggeholt und zur Herstellung von Munition verwendet worden — aber wohl auch wegen akuten Holzmangels. Weil es kein »erwachsenes Holz« mehr in


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