Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 130 / 494

 

Peter v. Brogenhofen ist ein unehelicher Sohn des gleichnamigen Deutschordens-Komturs, der als letzter seines Geschlechtes starb. Der junge Peter wurde von Karl V. legitimiert und in alle Rechte eingesetzt, wobei ihm auch die ellwangischen Lehen der Brogenhofen in Oberkochen zufielen.

Schürfrechte enthält der Vertrag mit der Ellwanger Propstei nicht. Diese haben im ellwangischen Amt Kochenburg schon andere erworben: die Ulmer Gewerkschafter Besserer und Ehinger. Sie sind auf dem besten Weg, sich im Kocher- und Brenztal eine Monopolstellung aufzubauen. Abgesehen von den Königsbronner Eisenwerken und dem Oberkochener Hochofen besitzen sie sämtliche Schmieden und Schmelzöfen und haben sich neben den Schürfrechten, u.a. am Burgstall und Bohlrain in Aalen, auch die Wegerechte und Holzlieferungen gesichert. Peter v. Brogenhofen holt sich, wie auch das Kloster Königsbronn, sein Erz von den Öttingern vom »Roten Stich« östlich des Grauleshofes bei Aalen. Das dort gewonnene Stuferz wird in der Oberkochener Eisenhütte vor allem zu Masseleisen verarbeitet. Mit Holzkohle wird es im Hochofen zunächst zu Roheisen erschmolzen, der sogenannten Luppe, einem glühenden, noch von Holzkohleresten durchsetzten Eisenklumpen. Die notwendige hohe Temperatur des Schmelzfeuers wird durch ein Gebläse erzeugt, das durch die Wasserkraft des Kochers betrieben wird. Anschließend wird das Roheisen in einem Läuterfeuer entkohlt und in Masseln gegossen.

Als Arbeitskräfte werden je ein Schmelzer, Ofenknecht, Gießer, Aufsetzer und Schlackenführer benötigt.


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