Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 101 / 494

 

waren nur noch drei Lehrer an der Schule, die den Unterricht bis hin zum Mädchenturnen notdürftig versahen. Im Oktober 1943 trafen 36 aus Stuttgart evakuierte Schüler ein, die bei Oberkochener Familien wohnten und auch schulisch zu betreuen waren. Günstigerweise kamen sie in Begleitung von Oberlehrer Fischer, der zusätzlich eine Oberkochener Klasse übernehmen konnte. 1944 ließ sich der Schulbetrieb kaum noch aufrechterhalten; im Frühjahr 1945 wurden nur noch »am Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 10 Uhr Hausaufgaben gegeben«.

 

Schule nach dem Zweiten Weltkrieg

Am 2.10.1945 wurde in Oberkochen der Schulunterricht unter sehr dürftigen äußeren Voraussetzungen wieder aufgenommen: »Die Heizung ist in Ordnung, nur die Fenster fehlen noch«, »die Bänke sind schadhaft und wackeln«, »zur Reinigung fehlen Besen, Seife und Lappen«, derartige Bemerkungen sind bis 1946 in den Aufzeichnungen zu finden. Zunächst waren nur drei Lehrkräfte zum Unterricht zugelassen, aber langsam normalisierten sich die Umstände, 1947 führte die Volksschule wiederum sechs Klassen wie vor dem Krieg, allerdings mit über hundert Schülern mehr als damals. Der Klassenschnitt lag bei 78 Schülern; noch 1948 zählte die Klasse von Herrn Maikler 126 Schüler.

Entsprechend der Einwohnerzahl Oberkochens stiegen die Schüler- und Klassenzahlen immer weiter an. 1950 wurden in 10 Klassen 565 Schüler unterrichtet. Obwohl nun das »Bergheim« als Schule benutzt wurde, war Schichtunterricht nicht zu vermeiden. Erst als 1951 ein Schulhausneubau, der heutige Mittelbau der Dreißentalschule, eingeweiht werden konnte, wurden die Verhältnisse vorübergehend erträglicher. Doch nahm die Zahl der Schüler weiter zu. Deshalb mußte 1953 der Handarbeitsunterricht in das alte evangelische Schulhaus an der Aalener Straße ausgelagert werden. 1954 wurde auch das alte katholische Schulhaus abermals als Schule benützt. Abhilfe brachte 1958 der zweite Erweiterungsbau der Dreißentalschule mit zwölf Klassenzimmern, Verwaltungsräumen und einer Schulküche. Zu jener Zeit unterrichteten 18 Klassenlehrer und eine Fachlehrerin an der Schule. Erster Rektor der Volksschule Oberkochen war Herr Maikler. dem 1954 bis 1971 Rektor Hagmann folgte.

 

Die moderne Entwicklung des Oberkochener Schulwesens bis 1986

Waren im Jahre 1936/37 die beiden Konfessionsschulen auf staatliche Anordnung zusammengeschlossen worden, ergab sich aus der Nachkriegsentwicklung Oberkochens eine freie Entfaltung des Schulwesens in vier eigenständige


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