Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 100 / 494

 

der »Deutschen Volksschule«, zusammengefaßt. Zwar existierte in Oberkochen noch ein Jahr lang unter Herrn Klotzbücher eine katholische Bekenntnisschule mit 39 Schülern, ab 1937 gab es aber nur noch die eine »Deutsche Schule Oberkochen«. Sie führte für 7 Jahrgänge (=Schuljahre) 5 Klassen, die Schuljahre 2 und 3 sowie 6 und 7 waren je in einer Klasse beisammen. Klassenlehrer waren die Herren Schiele, Klotzbücher, Braun, Mager und Umbrecht. Aber nicht nur das Ende der konfessionell geprägten und früher von Pfarrern beaufsichtigten Schule war gekommen, auch der Religionsunterricht durfte nicht mehr von den Ortsgeistlichen erteilt werden, da sie den Treueeid auf den neuen Reichskanzler verweigert hatten.

Aus der Zusammenfassung der Schulen ergaben sich bald wieder Raumprobleme. Das Bezirksamt Ellwangen, dem die Oberkochener Schule nun unterstand, drängte sogar auf eine Schulerweiterung, da man mit »der ungewöhnlichen Maßnahme des Schichtunterrichts, der sonst nirgends mehr besteht, rechnen« müsse. Im Jahre 1939 wurde die sechste Lehrerstelle errichtet und damit auch das achte Schuljahr eingeführt.

Der Beginn des Zweiten Weltkriegs unterbrach diese Aufwärtsentwicklung. Häufiger Lehrerwechsel und Abordnungen zu Vertretungen an anderen Orten waren die ersten Kriegsfolgen. Dann nahmen schulfremde Aufgaben überhand: Kartoffelkäfersuchen. Bucheckernsammeln bis hin zum Versuch einer Seidenraupenzucht. Im Winter wurden die Schulräume mit Holz und Tannenzapfen geheizt, trotzdem gab es auch wieder Kohlenferien. 1943


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