Kaleidoskop Oberkochener Geschichte

20. Sonderausstellung des Heimatvereins zum 25jährigen Bestehen im Foyer des Rathauses - Brillante Darstellung von Heimat- und Vereinsgeschichte

Es wird eng vor dem Bürgersaal. Noch nie seit der Eröffnung sind so viele Besucher zu einer Veranstaltung ins neue Rathaus gekommen. 250 Gäste aus nah und fern sind da, um die 20. Sonderausstellung des Heimatvereins in Augenschein zu nehmen, die ganz im Zeichen des Jubiläums steht.

Eine brillante Darstellung von Heimat- und Vereinsgeschichte ist derzeit im Oberkochener Rathausfoyer zu bestaunen. (Foto: ls)

Auch Hans Betzler ist aus Balingen gekommen, der »Ex-Greebaumwirts Hans«, wie in Ehrenvorsitzender Dietrich Bantel nennt. Betzler ist »mit Stolz erfüllt«, wie er sagt, als er die fundierte Sonderausstellung des Heimatvereins mit fast dreihundert Bildern aus dem Vereinsgeschehen und dem heimatkundlichen Schaffen der Ehrenamtlichen des Heimatvereins bewundert. Betzler hatte zu Ehren seines Vaters Hans im Jahre 2005 die Hans-Betzler-Stiftung zur Unterstützung von heimatkundlichen Projekten ins Leben gerufen. Heimatverein-Vorsitzender Karl Elmer führt in die Sonderausstellung ein, die eine Woche lang im Rathaus zu sehen ist und dann ihren Platz im Heimatmuseum im Schillerhaus findet. Thematisch aufgebaut ist die Sonderausstellung, beginnend mit der Gründungsversammlung des Heimatvereins am 22. Juni 1987. »Viele Tage und Nächte der Vorbereitung sind vorbei, wir dürfen uns über eine Punktlandung freuen«, sagt Karl Elmer, dessen besonderen Dank Horst Frank gilt, der für die Konzeption und Stilausrichtung der Ausstellung verantwortlich gezeichnet hat wie auch »Didi« Bantel, dessen Fundus und Archiv schier unerschöpflich gewesen sei.

Natürlich geht die Sonderausstellung ganz besonders auf die Initialzündung zur Gründung des Heimatvereins, die Ausgrabungen beim Römerkeller, ein. Für die Alt-Oberkochener ist die Freilegung des Bilzhauses ein Evergreen, aber auch die vielen erfolgreichen Mühlenfeste und die Didaktik des Heimatmuseums. »Die Ausstellung spricht für sich, sie erzählt Geschichte und Geschichten«, betont Karl Elmer, der sich mit Worten wohltuend zurückhält und damit zur Kommunikation an den Bildtafeln motiviert. Ein wenig blickt er allerdings in die Zukunft. Im Geschenkumschlag von Bürgermeister Peter Traub vermutet er die erste Rate für den Anbau ans Museum, der im kommenden Jahr Realität werden soll. Im Gebäude Aalener Straße 21 sollen Themen aufgearbeitet werden, »die uns noch unter den Nägeln brennen und wofür wie viel gutes Material haben« sagt Ehrenvorsitzender Dietrich Bantel im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Zuwanderung nach Oberkochen nach dem zweiten Weltkrieg etwa, das Thema Migration und Integration, aber auch spezielle Oberkochener Themen wie die Bohrermacherwerkstatt und das Lebenswerk von »Treppenpapst« Willibald Mannes. »Da soll noch einer sagen, Oberkochen hätte keine Geschichte«, sagt Anton Gutheiß, der mit seinen 85 Lenzen »pulsierende Vergangenheit in Bildern« vor seinen Augen ablaufen sieht. Ehrenvorsitzender Dietrich Bantel, 23 Jahre lang der große Macher und auch heute noch mit seiner Erfahrung unersetzlich, ist sichtlich gerührt, als Vereinsvorsitzender Karl Elmer sagt: »Der Didi und seine Frau Suse haben sich um den Heimatverein verdient gemacht.«

Bilder und Text von Lothar Schell, Schwäbische Post


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