Caracalla – ein Spitzname

Caracalla heißt so viel wie „Kapuzenmantelmann“. Diesen Spitznamen erhielt jener römische Kaiser, weil er in seinem kurzen Leben stets in einem keltischen weiten Mantel mit Kapuze durch die Gegend wehte. Richtig hieß er Marcus Aurelius Severus Antoninus, und noch mehr. Sich selbst nannte er zusätzlich noch „Pius“ = Der Fromme. Dr. Stephan Bender vom Limesinformationszentrum Aalen BW beleuchtete in einem spannenden Vortrag beim Heimatverein Oberkochen nicht nur diesen römischen Kurz-Kaiser „mit Schuss in der Krone“, sondern die Gesamtzusammenhänge mit dem Limes, dem Limestor bei Dalkingen, das Caracalla sich zu Ehren anlässlich seines sinn- und nutzlosen Germanien-Show-Feldzugs zur persönlichen Aufwertung im Jahr 213 errichten ließ, samt der Bedeutung des Oberkochener „Römerkellers“ im unmittelbaren römischen Hinterland des Limes.

Caracalla lebte vom 4.4.188 bis zum 8.4.217. Er brachte frühzeitig seinen Bruder um, erließ ein Gesetz, das allen Freigeborenen das Römische Bürgerrecht verlieh, verfiel alsbald der Prunksucht und dem Größenwahn (Caracalla-Thermen in Rom) stieg dem Heer in den Hintern, indem er es mit Geld verwöhnte, verursachte dadurch Steuererhöhungen, litt zusehends unter Verfolgungswahn und eilte für seine Selbstkonservierung, auch auf seinem seltsamen Germanienfeldzug, der ihn wohl auch durch die Kocher-Brenz-Achse führte, von Heiligtum zu Heiligtum, um sich in seiner merkwürdigen Geistesmischung von Ehrgeiz und Grausamkeit, Anbiederung und Prunksucht die Gunst der Götter zu erbetteln, und wurde – wie fast vorhersehbar - bereits als junger Mann im Alter von 29 Jahren auf einem Feldzug gegen die Parther in Mesopotamien ermordet.

Limestor bei Dalkingen

Dass diesem Kapuzenmann derzeit um die Reste seines „Dalkinger Limestors“ ein Glaskastenschutzmuseum für 1,8 Millionen Euro erbaut wird, rundet das Bild dieses Kaisers, der laut Dr. Bender: „nicht ganz sauber“ war, krönt das Bild dieses „spinnerten“ Vogels. - Im Übrigen widersprechen sich die Einschätzungen dieses kaiserlichen queren Paradiesvogels in den Darstellungen des Internets beträchtlich.

Römerkeller

Obwohl in Caracallas Namen sowohl „Antoninus“ als auch „Pius“ vorkommt, darf er nicht mit dem großen Kaiser Antoninus Pius (19.9.86 – 7.3.161) verwechselt werden, unter dessen Regentschaft um 150 n. Chr. der Oberkochener „Römerkeller“ entstanden ist. - Für Oberkochen von hohem Interesse war die Information, dass es in absehbarer Zeit zu der angekündigten „geophysikalischen“ Vermessung des Römerkellerumfelds im römischen Weilfeld und seiner Umgebung kommt, denn Dr. Bender geht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass der Oberkochener Römerkeller aufgrund seiner herausragenden Lage auf einer Anhöhe im oberen Kochertal nur ein „Eckrisalit“ einer großen „Villa Rustica“ ist.

 
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