Serie »Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag«

 

Bericht 645
 

Einwohnerbuch 1937

Bürgermeister Peter Traub plant, zum 50. Jahrestag der Stadterhebung im Juni des Jahrs 2018 durch einen in der Sitzung vom 28. September zu fassenden Beschluss des Gemeinderats ein neues Oberkochener Heimatbuch herauszubringen. – Das erste Heimatbuch, das vor demnächst 30 Jahren im Jahr 1986 unter meiner Gesamtleitung mit dem Titel „Oberkochen – Geschichte, Landschaft, Alltag“ unter Mitarbeit von 24 Oberkochener Autoren erschienen ist, ist zum „Oldtimer“ geworden. Von den auf Seite 480 des derzeitigen Heimatbuchs genannten 24 Mitarbeitern sind mittlerweile 14 verstorben. Die verbleibenden Autoren können unmöglich eine Neuauflage des Heimatbuchs schultern. Wenn die Stadt als Ganzes gesehen und aktuell beschrieben werden soll, gibt es kaum einen Bereich, in welchem sich in den letzten 3 Jahrzehnten nicht Grundsätzliches verändert hat, – einmal ganz abgesehen vom neuen Rathaus selbst.

Offenbar sprechen eine Reihe von Gründen dafür, dass das Unternehmen, das jüngst das städtische Archiv gesichtet und neugeordnet hat, in persona Dr. Rainer Lächele, D.I.E. Firmenhistoriker GmbH, samt Mitarbeitern, sofern der Gemeinderat dies so beschließt, das geplante Buch professionell und im wissenschaftlichen Sinn fundiert neu verfassen könnte. – Natürlich sind auch andere Lösungen denkbar, denn es gibt in vergleichbaren Kommunen ebenso vergleichbare Heimatbücher in unterschiedlichster Ausführung. So steht der Gemeinderat vor einer schwierigen Entscheidung.

Für das neue Werk soll zwar, so der Bürgermeister, nicht alles neu geschrieben, sondern teilweise auf die Beiträge im alten Heimatbuch zurückgegriffen und diese überarbeitet werden. Allein die wichtigsten Erkenntnisse aus den mittlerweile 645 Berichten im Rahmen der seit der Gründung des Heimatvereins im Jahr 1987 laufenden heimatkundlichen Amtsblatt-Serie „Oberkochen – Geschichte, Landschaft, Alltag“ nach ihrer Wichtigkeit zu sortieren und zu extrahieren, ist eine Heidenarbeit. Das 1997 eröffnete Heimatmuseum hat es noch nicht gegeben, und es gab auch noch keinen Heimatverein. Insbesondere auch die Erkenntnisse aus der Durchforstung und Neuordnung des städtischen Archivs müssen im neuen Buch ihren Niederschlag finden.

Um auf den Titel des heutigen Berichts „Einwohnerbuch 1937“ zu kommen: Besonders bemerkenswert im geschichtlichen Gesamtbild war, dass unser altes Heimatbuch – im Gegensatz zu den meisten nach dem 2. Weltkrieg bis in die Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts erschienenen Heimatbüchern – einen von mir zum ersten Mal unter nicht ganz einfachen Voraussetzungen recherchierten über 30 Seiten langen Beitrag zum III. Reich ausweist. Oberkochen war zum Zeitpunkt meiner Nachforschungen gerade zu diesem Thema noch ziemlich nahe am Dorf. Diese Tatsache musste ich, obwohl ich schon damals 25 Jahre in Oberkochen gelebt hatte, aus leicht nachvollziehbaren Gründen berücksichtigen. Meine Fragen wühlten zwar wohl weniger Vergessenes, zumindest aber Verdrängtes auf. Dies brachte mit sich, dass ich nicht alle Erkenntnisse veröffentlichen wollte und konnte. Um diesen Beitrag damals überhaupt schreiben zu können, habe ich 1986 26 Bürger, die zumeist den Krieg hier erlebt hatten, überwiegend Alt- Oberkochener, interviewt. Sie sind im Heimatbuch auf Seite 210 aufgelistet. Von diesen 26 befragten Bürgern sind bis heute bereits 20 verstorben. Es war also höchste Zeit gewesen, einen solchen Bericht zu verfassen. Und es wird heute vergleichsweise entsprechend schwieriger sein, von den wenigen noch lebenden Zeitzeugen grundsätzlich Neues zu erfahren.

Mein Bericht zum III. Reich in Oberkochen in dem Gesamtwerk „Oberkochen – Geschichte, Landschaft, Alltag“, hatte die Untertitel: Berichte, Gedanken, Meinungen Oberkochener Bürger, – Streiflichter und Erinnerungen und Auszüge aus Protokollen (bis 28.12.1937) des Oberkochener Gemeinderats zum III. Reich.

Die Gemeinderatsprotokolle wurden mir zunächst nur bis 1933 zugänglich gemacht. Ab 1933 seien die Protokolle 1945 vernichtet worden. Erst durch aufdringliches „Nachhaken“ meinerseits anhand von Beweisen, die mir von Frau Josefina (Josi) Kurz in die Hand gegeben wurden, und die belegten, dass Bürgermeister Bosch anlässlich der Ernennung Josef Schmids zum Ehrenbürger im Jahr 1953 sich noch auf dieselben bezogen hatte, und sie deshalb nach menschlichem Ermessen noch immer auf dem Rathaus sein müssen, kam ich dann doch noch auch zu den zunächst unentschuldigt fehlenden Gemeinderats-Protokollen von 1933 bis 1937. Ein spannender Vorgang. – Ab 1938 scheinen die gemeinderätlichen Unterlagen und andere Schriftstücke der damaligen Gemeindeverwaltung de facto tatsächlich unwiederbringlich vernichtet oder durch unbekannt nach außerorts verbracht worden zu sein – jedenfalls kamen sie auch beim gründlichen Büchersturz anlässlich des Umzugs vom alten neuen (1967) ins neue neue Rathaus (2011) nicht zum Vorschein.

Mittlerweile hat der Lauf der Jahre auch bezüglich der Fragen zum Dritten Reich in Oberkochen einiges verändert, so dass die von mir bewusst gelassenen „Lücken“, wo die Namen der im Dritten Reich in Oberkochen „Aktiven“ im alten Heimatbuch aus Rücksicht auf deren Familien noch nicht genannt wurden, nunmehr endlich ausgefüllt werden müssen. Sie befinden sich als Kopie seit 1986 unveröffentlicht in meinen Unterlagen zum Heimatbuch und können noch besser den Original-Protokollen im Rathaus entnommen werden.

Als Überleitung zu diesem „neuen Heimatbuch“ wird der Heimatverein in diesem heimatkundlichen Beitrag aus dem Einwohnerbuch von Stadt und Kreis Aalen aus dem Jahr 1937 berichten.

Ausschnitt aus Titelblatt des Einwohnerbuchs

Das Einwohnerbuch von Stadt und Kreis Aalen 1939

Von unserem Mitglied Heinrich Solterer erhielt ich schon vor vielen Jahren quasi „unter der Hand“ samt dem Einverständnis zur Fertigung von Kopien für den HVO ein Original-Exemplar des Einwohnerbuchs von Stadt und Kreis Aalen aus dem Jahr 1937 zur Einsicht. Das Oberkochener Einwohnerbuch von 1937 ist folglich in dieses Werk integriert.

Einige Anmerkungen zum Inhalt dieses 78 Jahre alten und spannenden Nachschlagewerks.

 

Gliederung der NSDAP – Der Kreisstab

Auf den ersten Seiten dieser Schrift sind sämtliche Dienststellen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) einschließlich der angeschlossenen Verbände aufgeführt. Zunächst ist die Kreisleitung Aalen beschrieben. Kreisleiter Adolf Koelle, Aalen, Adolf- Hitler-Platz 36, Fernruf 700.

Dann wird beschrieben, welche 24 Ämter der Kreisstab umfasst. Diese sind:
Kreisgeschäftsführung, Kreispersonalamt, Kreisorganisationsamt, Kreisschulungsamt, Kreiskassenleiter, Kreispropagandaleiter, Kreispresseamt, Kreisrechtsamt, Kreisgericht, Landwirtschaftlicher Kreisfachberater, Kreisbeauftragter für Rassenpolitik, RSBO (DAF-Kreisobmann), Hauptstelle Handel und Handwerk, Amt für Volkswohlfahrt (NSV), Amt für Volksgesundheit, Nationalsozialistischer deutscher Aerztebund, Beauftragter für Kriegsopfer (NSKOB), Fachberater für Technik, Amt für Kommunalpolitik, Amt für Erzieher (NS-Lehrerbund), Amt für Beamte, Kreiswirtschaftsberater, NS-Frauenschaft, NS-Kulturgemeinde Schillerstraße. Die jeweiligen Amtsleiter sind bei der Kreisgeschäftsstelle, Adolf-Hitler-Platz 36, Fernruf Nr. 700, zu erfragen.

Kreisleitung, Ortsgruppen und Stützpunkte
Hernach sind die der Kreisleitung unterstehenden Ortsgruppen und Stützpunkte aufgeführt.

Diese Ortsgruppen sind:
Aalen, Abtsgmünd, Adelmannsfelden, Essingen, Hohenstadt, Hüttlingen, Oberkochen, Unterkochen, Wasseralfingen (mit Zelle Fachsenfeld und Hofen)

Die Stützpunkte sind:
Laubach-Leinroden, Lauterburg, Pommertsweiler, Unterrombach.
Die Ortsgruppen und Stützpunkte sind gebietlich wieder eingeteilt in Zellen und Blöcke, hierfür sind Zellenleiter und Blockleiter eingesetzt.

Zitat:
„Mit Wirkung ab 1.6.1937 ist die neue Kreiseinteilung in Kraft getreten. Der Großkreis Aalen umfaßt im Wesentlichen den bisherigen Kreis Ellwangen (ohne die Gemeinden Bühlertann und Bühlerzell, welche zum Kreis Schwäbisch Hall, und die Gemeinden Jagstzell und Rosenberg, welche zum Kreis Crailsheim gekommen sind) und etwa die Hälfte des bisherigen Kreises Neresheim (wovon die Stadt Neresheim selbst und eine Reihe von Gemeinden dem Kreis Heidenheim zugeteilt worden sind). Der Kreisleitung unterstellt sind sonach auch die entsprechenden Ortsgruppen und Stützpunkte der bisherigen Kreise Ellwangen und Neresheim.“

 

Gliederung der NSDAP

Es folgt eine ausführliche Beschreibung der Gliederung von NSDAP, NS, und SS, sowie der Kulturgemeinde mit Untergliederungen und die einzelnen Abteilungen der Hitler-Jugend.

Reichsluftschutzbund
Unter diesem Titel ist Oberkochen nicht aufgeführt.

NS-Kulturgemeinde
Unter diesem Titel ist Oberkochen nicht aufgeführt.

Hitler-Jugend
Die HJ. – Unter Oberkochen ist die Hitlerjugend Gefolgschaft 11/123 aufgelistet: Führer: Otto Muckenhaupt; Dienststelle Rathaus

Deutsche Jugend.
Unter DJ ist erwähnt: Fähnlein 22/123. Führer: Walter Bäuerle, Oberkochen

Foto aus dem Betriebssport der Jugend bei der Firma Fritz Leitz (Wehrwirtschaftsbetrieb). Man beachte, dass der Begriff „Fettleibigkeit der Jugend“ in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts offenbar noch keine Rolle spielte.

Bund Deutscher Mädchen
Unter BDM ist Oberkochen nicht aufgeführt.

Jungmädel
Unter JM ist Oberkochen nicht aufgeführt.

Die Deutsche Arbeitsfront
Es folgt die ausführliche Beschreibung und Gliederung der Deutschen Arbeitsfront. Unter DAFOrtsverwaltung Oberkochen ist als Ortsobmann genannt: Günter Frank, Oberkochen, Essingerstraße 238

Kreishandwerkerschaft Aalen
Unter den beiden folgenden Stichworten „Kreishandwerkerschaft Aalen“ und „Reichsnährstand“ ist Oberkochen nicht genannt.

Reichsnährstand
Unter Reichsnährstand ist Oberkochen nicht aufgeführt.

Ortsbauernführer des Bezirks Aalen
Bei den Ortsbauernführern des Bezirks Aalen der Kreisbauernschaft Ost ist für Oberkochen als Ortsbauernführer genannt: Franz Grupp, Oberkochen.

Sitz der Kreisleitung der NSDAP
Später folgt eine Abhandlung zum Thema „Aalen als Sitz der Kreisleitung der NSDAP sowie ein Absatz „Aus der Geschichte der Bewegung im Kreise Aalen“, und ein weiterer, der die Bildung des Großkreises Aalen beschreibt.

Die Gemeinden des Kreises
Daran anschließend sind alle Gemeinden des Kreises kurz allgemein beschrieben, mit nachfolgender Einwohnerzahl und Gemarkungsfläche.

Ab Seite 79 ist Oberkochen wie folgt beschrieben:

Oberkochen, 496 Meter ü.d.M.
An der Bahnlinie Aalen – Ulm, 9 Kilometer von Aalen entfernt, in mit schönen Buchen- und Tannenwäldern bedeckten Bergen eingebettet, am Ursprung des schwarzen Kochers liegend, bietet als besonders herrliches Ausflugsziel „den Volkmarsberg mit seinem 26m hohen Aussichtsturm“; der Volkmarsberg ist zum größten Teil Naturschutzgebiet und gilt als eines der schönsten Naturschutzgebiete Württembergs. Für den Wintersport bietet das Gebiet des 743 Meter hohen Volkmarsberges mit seinen Abfahrten, sowie als Ausgangs- und Zielpunkt herrlicher Skiwanderungen gute Sportmöglichkeiten. (Große Sprungschanze). Oberkochens Skiläufer zählen mit zu den Besten in unserem Vaterland (Anmerkung des Verfassers dieses Berichts: Als Beispiel sei der Oberkochener Karl Lense genannt, der 1933 Deutscher Meister im Skilanglauf über 50 Kilometer wurde. – Siehe unser Bericht 281 „Oberkochen – Geschichte, Landschaft, Alltag“ vom 22.11.1996).

Neben den bekannten Bohrer-, Werkzeug- und Maschinenfabriken sowie dem Kaltwalzwerk sind als Kleingewerbe die Oberkochener Hafnereibetriebe noch bedeutend.

Einwohnerzahl: 1850
Markungsfläche: 2357 Hektar.

Auf diese Beschreibung folgt unter Benennung der verantwortlichen Persönlichkeiten eine interessante Auflistung öffentlicher Einrichtungen wie folgt:

NSDAP, ihre Gliederungen und angeschlossenen Verbände siehe Kreiszusammenstellung Abt. I

Der Bürgermeister: Otto Heidenreich. Fernruf Nr. 65 Oberkochen
Gemeindepfleger: Willibald Ebert
Beigeordnete: Franz Grupp, Landwirt – Ludwig Spiegler, Mechaniker.
Gemeinderäte: Emil Kopp, Kaufmann – Emil Schramm, Kaufmann – Eugen Betzler, Heizer; – Kaspar Scheerer, Müller – Anton Hug, Werkzeugdreher – Paul Wingert, Glasermeister.
Deutsche Volksschule; Schulleiter: Oberlehrer Mager; Oberlehrer Umbrecht; Hauptlehrer Braun; Hauptlehrer Klotzbücher; Lehrer Schiele.
Pfarrämter: Kath. Pfarrer: Matth. Jans; Evang. Pfarrer: Theodor Dornfeld.
Postagentur: Agentin Johanna Siegel.
Bahnstation: Oberbahnhofvorsteher Josef Haag.
Notar: Grundbuchamt Oberkochen: Fernruf 65 Oberkochen; Bezirksnotar Harr, Aalen Forstamt Oberkochen: Oberförster Jos. Wiech, Fernruf 66.
Gendarm: Gendarmeriemeister Greiner Karl: Fernruf 79
Unfallmeldestelle: Amtsbote Georg Maier; (Rathaus)
Sanitätsabteilung Führer: Paul Uhl.
Feuerwehr: Kommandant: Oberbrandmeister Franz Grupp.
Genossenschaften: Spar- und Darlehenskasse Oberkochen GmbH
Milchverwertungsgenossenschaft Oberkochen Realgenossenschaft Oberkochen, Fernruf 72

Vereine:
Kriegerkameradschaft (Kyffhäuserbund) – Kameradschaftsführer: Josef Fischer, Landwirt
Handharmonikaklub – Vereinsführer: Josef Wingert, Werkzeugmacher,
Musikverein – Vereinsführer: Erich Günther, Kaufmann
Sängerbund – Vereinsführer: Hrh Grupp, Landwirt. Uebungslokal: „Hirsch“.
Turnverein – Vereinsführer: Anton Fischer, Ing.;
Ortsgruppe des Schwäb. Albvereins – Vertrauensmann: Alfons Mager.
Schneelaufabteilung d. Schwäb. Albvereins – Vereinsführer: Fritz Leitz, Fernruf 91/92

Gewerbe und Handel
Nun folgt eine mehrseitige teils werbende Auflistung von Gewerbe und Handel von Oberkochen. Diese Auflistung ist dem Einwohnerverzeichnis vorgespannt.

Einwohnerverzeichnis
Besonders bemerkenswert ist eine ausführliche Aufzählung aller 1850 Einwohner Oberkochens – 10 Seiten, zweispaltig, unter Angabe von Beruf und Anschrift.

Straßennamen
Die Umbenennung der alten Straßennamen in die neuen war 1937 noch nicht erfolgt. Das mag der Grund sein, weshalb auch alte Oberkochener einige dieser Straßennamen nicht gespeichert haben. Ein Alt-Oberkochener erklärte mir zum Beispiel auf meine Frage, ob es in Oberkochen eine „Essinger Straße“ gegeben habe, mit spöttischem Unterton, dass es „a sodde Schdraoß“ in Oberkochen nie gegeben habe, – und da gebe es „oine“ in Oberkochen, die sogar noch von weiteren irgendwelchen Straßennamen reden, die es nie gegeben habe.

Es gibt in diesem amtlichen Werk tatsächlich eine ganze Reihe von heute unbekannten Straßennamen. Zum Beispiel: Was heute von der Ortsmitte her die Heidenheimer Straße nach Süden ist, bestand 1937 von der Ortsmitte aus Richtung Süden aus mindestens 4 Teilabschnitten, nämlich: Hauptstraße, Lange Straße, Königsbronner Straße und Kiesstraße. Inwieweit das Kies zur Hauptstraße gerechnet hat oder nicht, kann sicher noch geklärt werden. – Eine Unterteilung ist nicht erkennbar. Wohl der wolfertstalwärts gelegene Teil der heutigen Katzenbachstraße hieß Essinger Straße, die Katzenbachstraße selbst hieß einfach Katzenbach. Eine Alt-Oberkochenerin berichtete allerdings, dass man weiter hinten im Katzenbach von Häusern gesprochen habe, die dem „Essinger Feld“ zustehen.

Selbst für alte Oberkochener sind diese alten Straßenbenennungen vielfach unbekannt, weshalb ich sämtliche 1850 Anschriften überprüft und entsprechend dem alphabetischen Einwohnerverzeichnis ungeordnet folgende Straßennamen gefunden habe:

Essinger Straße, Bergstraße (heute Volkmarsbergstraße), Kirchstraße (heute Aalener Straße) Lange Straße (heute Heidenheimer Straße), Katzenbach, Brunnquell(e) (Bronkel – gibt es zwar heute noch, jedoch – wie verschiedene der weiter folgenden Straßennamen – nicht als Straßenbezeichnung), Feigengasse, auch Feigengässle, Engelstein, Hauptstraße, Königsbronner Straße, Kiesstraße, Hinter den Krautgärten, Jägerstraße, Bahnhofstraße, Bahnhof, Keltenstraße, Dreißental, Forststraße, Filialstraße, Schütterstraße. (Wer weiß, weshalb diese beiden letzteren Straßen so hießen?), Friedhofstraße, Untere Mühle, Kreuzmühle.

Das Oberkochener Einwohnerverzeichnis von 1937 in Verbindung der Namen mit diesen alten Anschriften müssen für die alten Oberkochener höchst spannend sein. Wir planen, das gesamte Oberkochener Einwohnerverzeichnis von 1937 zu veröffentlichen.

Interessant ist auch, dass die Telefonnummern („Fernruf“) nicht über „zweistellig“ hinausgehen, so dass die Zahl der Oberkochener Anschlüsse im Jahr 1937 auf jeden Fall unter 100, wie man sehen wird, möglicherweise sogar unter 40 bleibt. – Einer- und Zehner- bis Fünfziger-Nummern gibt es nicht. Es gibt nur Nummern aus den Sechziger bis Neunziger- Bereichen.

Interessant wäre es, die Firmen, Betriebe, Geschäfte, Personen oder Familien mit Fernsprecheranschluss herauszupicken.

Wir bitten schon jetzt die wenigen verbliebenen Zeitzeugen, ihr das Heimatbuch von 1987 korrigierendes oder ergänzendes Wissen, vor allem dem zur Weimarer Republik und zum Dritten Reich, für das aufs Jahr 2018 von der Stadt geplante neue Heimatbuch zu gegebener Zeit zur Verfügung zu stellen. Das alte Heimatbuch betreffend nimmt der HVO ab sofort gerne Anregungen entgegen – wenn irgend möglich bitte schriftlich.

Auf dieser Homepage des Heimatvereins Oberkochen finden Sie auf der Startseite unter Punkt 16 („Listen und Tabellen“) eine komplette Liste all unserer Veröffentlichungen, die mit der Zeit von 1933 bis 1945 sowie der unmittelbaren Nachkriegszeit zu tun haben.

Dietrich Bantel

 
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