Serie »Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag«

 

Bericht 624
 

Einige Museums-Neuzugänge

1) Schäferschippe

Aus dem Besitz von Hans Betzler Balingen
Ein alter bärtiger Schäfer der in den frühen 30-er Jahren im »Grünen Baum« eingekehrt war, gab dem »Greabaumwirt« Hans Betzler sen. diese Schippe, die damals schon alt aussah, mit der Frage in Zahlung, ob es »zum einmal anständig Vespern reiche«. Es reichte. Die Schippe stand dann bis zu seines Vaters Tod in einer Ecke herum. Und nach dessen Tod begleitete sie Sohn Hans, (Begründer der Hans Betzler Stiftung) damals um die 10 Jahre alt, ein Leben lang. Zuletzt, genau bis in den Juni des Jahres 2013, diente sie ihm als Gartenwerkzeug gegen »Unkraut«. – Als er unseren Bericht 610 vom 30.11.2012 las, kam er auf die Idee, diese Schippe dem Heimatverein Oberkochen für das Heimatmuseum zu übergeben. Dies geschah nun kürzlich. Einem eingeschlagenen schwer zu lesenden Stempel zufolge stammt sie aus der Werkstatt eines Schmieds namens J. Hummel aus Weiler-Rothenburg am Neckar und ist gute 100 Jahre alt.

 

2) Der Maschinenbau

Zwei jeweils 1750 Seiten umfassende Bücher eines 1921 erschienenen Werks zur Geschichte des Maschinenbaus von R. Georg, gestiftet von Gerd Alfred Esser/Königsbronn, das für uns deshalb für unsere Präsenzbibliothek interessant ist, – obwohl nicht innerhalb unseres Museumsthemas. – weil es u.a. auch über die Geschichte des Pflugbaus und Dampfdreschmaschinen, wie sie in Oberkochen im Einsatz waren, u.a. berichtet.

 

3) Heimatbildband – Ries, Härtsfeld, Heidenheimer Alb, Albuch

Das 1983 im Weller-Verlag erschienene Werk wurde gestiftet von Frau Selma Amman und stammt aus dem Besitz ihrer kürzlich verstorbenen Schwester von Frau Maria Hauben geb. Wurst. (1925 - 2013)

 

4) Eine prachtvolle alte Küchenuhr

Schon im März des Jahres überreichten Agnes Maslo und ihr Gatte dem Heimatverein eine ca. 100 Jahre alte Küchenuhr aus altem Familienbesitz, deren Zifferblatt einer Delfter Kachel nachempfunden ist.

 

5) 4 Luftbilder Oberkochen (Firma Carl Zeiss)

Vor einiger Zeit stellte ein bisher unbekannter Gast des Heimatmuseums auf der Garderobe beim Eingang ein A4-Kuvert mit 4 Luftaufnahmen »Stuttgarter Luftbild Elsäßer GmbH« ab, freigegeben durch Reg.-Präs. Stuttgart Nr. 9/61 684. Die 13/18 cm großen Farb-Fotos stammen aus verschiedenen Jahren der 60er und 70er-Jahre. Auf einem der beiden Fotos steht Ecke Carl-Zeiss- Straße und Wacholdersteige noch das alte I.eitz-Gebäude. – Außerdem befanden sich in dem Kuvert 3 gleiche schwarz-weiß Postkarten mit dem Eindruck »Carl Zeiss« und eine ältere Farb-Ansichtskarte mit einer Zeichnung vom Volkmarsbergturm mit der alten Blockhütte, die bis etwas in die Sechzigerjahre des 20. Jh. stand. Im Hintergrund ist »der Stein« zu sehen, mit einem großen Kreuz auf der Spitze. Herzlichen Dank dem unbekannten Spender.

 

6) Bettflasche

Eine »flachgelegene« uralte zinnerne Bettflasche aus dem Besitz von Frau Helene Bosch, gestiftet von Frau Maria Böhner aus dem Nachlass von Frau Bosch.

 

7) Eine Kuhschelle

Also keine Glocke! Sie wurde auf der Bühne im Haus eines Bekannten des Ehrenvorsitzenden gefunden und dem HVO überlassen.

 

8) 2 alte Bügeleisen

Gestiftet von Peter Ähnelt. Das eine Gerät wurde mit glühender Kohle, das andere mit einem Stück glühendem Eisen »beheizt«. Inzwischen verfügen wir im Heimatmuseum bereits über eine stattliche und variantenreiche Serie von alten bis ältesten Bügeleisen.

 

9) Pläne zur Fabrik Fritz Leitz

Uli Weymer, ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums Oberkochen, seit vielen Jahren im Bausektor (Facility Management) der Fa. Carl Zeiss tätig, fand in Altbeständen des Archivs Erstpläne zur Erstellung des Rüstungsbetriebs Fritz Leitz, die auf April des Jahres 1939 datieren. In dieser Urplanung befindet sich zu unserer Überraschung östlich des Martha-Leitz-Hauses ein beachtlich großes Freibad, samt einem dazugehörenden großen Umkleidetrakt. Freibad und Umkleidetrakt fielen jedoch offensichtlich späteren Sparmaßnahmen zum Opfer. Dafür entstanden weitere Produktionsgebäude und gegen Kriegsende wurde noch eine unterirdische Fertigungsanlage begonnen. Sowohl zu diesen Plänen als auch zu denen des Stolles werden wir in absehbarer Zeit berichten.

Dietrich Bantel

 
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