Serie „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“

 

Bericht 609
 

Hexenring

Der Hexenring, der Hexenring
das ist ein ganz besondres Ding.
Er wächst wie aus dem Nichts gemacht
rund wie ein Kreis gleich in der Nacht.
In Oberkochen dieses Mal
beim Langertgoischt im Wolfertstal.

Unser echt Oberkochener Hexenring wurde am 8. Oktober dieses Jahres in der Wiese etwa halbwegs zwischen dem Aussiedlerhof »Pflugwirt« und dem »Löfflerschuppen« im Wolfertstal fotografiert, unweit des Schuppens, wo früher »Winnetou und die 7 Geißlein« und noch früher ein Pferd namens »Bonny« zuhause waren – etwas talabwärts zwischen Gutenbach und Vizinalweg, unterhalb der Stelle von der wir jüngst über den Wasserrohrbruch der LW berichteten. Da unser Hexenring auch heute noch, am 16. November, zu sehen ist, scheint er es Wert zu sein, dass er im Amtsblatt erwähnt wird.

Tatsächlich hatte sich an der beschriebenen Stelle im Tal über Nacht ein deutlich in der Wiese wahrnehmbarer Kreis gebildet, gut 20 Meter im Durchmesser und von dunklerer Farbe als das ihn umgebende Grasland.

Die Kommentare der zahlreichen Spaziergänger, zu Fuß und mit Hund unterwegs, waren vielseitig und bewegten sich zwischen »dao isch a Raumschiff g‘landat« und »i han gar net gwisst, dasses heut no Hexa gibt«. Eine Dame erinnerte sich sogar an die vor 20 Jahren in englischen Kornfeldern über Nacht entstandenen Kreise und andere geometrische über Nacht entstandene Figuren, die durch die Weltpresse geisterten, und die, wie sich später herausstellte, angeblich von listigen Landwirten fabriziert worden waren, – wobei einige Inselbewohner noch heute auf außerirdische Macher hinweisen. – Einer unserer Kommentatoren wusste zu berichten, dass man vor wenigen Jahren weiter draußen im Tal auf der anderen Talseite nicht nur einen solchen Kreis, sondern gleich deren drei, und wesentlich größere, beobachtet habe, die ebenfalls über einen längeren Zeitraum zu sehen gewesen seien. – Eine weiterer erinnerte sich daran, dass vor einigen Jahren im Amtsblatt von einem »Hexafels auf dem Volkmarsberg« berichtet wurde – im Zusammenhang mit der Walpurgisnacht – oder auch nur so erdacht… (Bericht 409 vom 4.1.2002: »Der Hexafels« – zu finden über Punkt 19 – Suchmaschine auf der Startseite – Eingabe »Der Hexafels«)

Auf einen philosophischen Nenner brachte es ein Bekannter, der kurz und bündig so formulierte: »Hexa gibt’s heut nemme, aber i kenn gnuag«.

Als Hexenringe oder Feenringe – so beginnt Herrn Googles Erklärung in Wikipedia – werden kreisförmige Ansammlungen von Pilz-Fruchtkörpern bezeichnet, die dadurch entstehen, dass das Myzel eines Pilzes in alle Richtungen gleich schnell wächst. Die Durchmesser dieser Gebilde können altersabhängig sehr groß werden. Hexenringe werden von verschiedenen Pilzarten an ganz unterschiedlichen Standorten gebildet.

Am Ende der Myzelfäden bilden sich das, was der Volksmund als »Pilze« bezeichnet, – der sichtbare Fruchtkörper. Da mit der Zeit die Nährstoffe im Boden im inneren Bereich der »kreisförmigen Pilzansammlung« zur Neige gehen, stirbt das Myzel dort ab und übrig bleibt eine ringförmige Struktur, der sogenannte Hexenring. In der Regel ist ein Hexenring daher ein einziger Organismus. Bei günstigen Bedingungen kann das Myzel sehr schnell Fruchtkörper bilden, somit können solche Ringe buchstäblich über Nacht entstehen. Im Allgemeinen haben Hexenringe Durchmesser von 20 cm bis zu einigen Metern. Der größte bisher entdeckte Ring maß etwa 150 Meter im Durchmesser. In Europa können bei mehr als 60 der bekannten Pilzarten solche Ringstrukturen entstehen.

Auf Rasen verursachen Pilze häufig ganzjährig sichtbare Verfärbungen, weshalb Hexenringe auch zu den Rasenkrankheiten gezählt werden.

Der Name Hexenring oder Feenring geht auf den Volksglauben zurück, da man in diesen runden Formen Versammlungsorte der Hexen oder Feen sah, deren Betreten magisch oder verboten war. Wachstumsorte besonderer Pflanzen, zum Beispiel solcher mit speziellen Heileigenschaften, werden in verschiedenen Kulturen mit Geistwesen verbunden.

Im Hintergrund unseres Fotos sind im Wolfertstal hinter dem Hexenring der »Löfflerschuppen« und die Stallungen der Bullenzucht des Landwirts Balle zu erkennen.

Google.de und Dietrich Bantel

 
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