Serie „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“

 

Bericht 597
 

60 Jahre Sonnenberg

Unser Mitglied Wilfried Müller, Jahrgang 1952, ist seit 1969 im Bereich »Organisation« bei der Firma Leitz GmbH & Co KG tätig - schwerpunktmäßig: »Weltweite Einführung von kommerziellen EDV-Systemen«. Er ist hausgeborener Neu-Oberkochener und hat als Ureinwohner vom Sonnenberg unzweifelhaft bereits große altoberkochener Anteile erworben. Anlässlich seines 60. Geburtstags hat er sich selbst als Geburtstagsgeschenk, und uns als aus seiner Sicht zunächst Außenstehende, zur Freude einen 3-teiligen Bericht geschrieben, der uns in alte Zeiten zurückversetzt, Zeiten, die stellvertretend für die Geschichte vieler Mitbürger nicht nur die eigenen Kinderjahre des Verfassers, sondern auch die Kinderjahre Oberkochens auf dem Weg vom Dorf zur Stadt beleuchten.

Dietrich Bantel

Es war einmal - Kindheit und Jugend auf dem Sonnenberg (Teil 3)

1963 - 1969

Ich war jetzt 11 Jahre alt und durfte nach bestandener Aufnahmeprüfung in das Progymnasium Oberkochen wechseln. Jeden Tag ging ich die Strecke vom Sonnenberg in den Tierstein und zurück und manchmal nachmittags das ganze nochmals. Wenn ich heute an der Schule vorbeikomme, frage ich mich ernsthaft, ob überhaupt noch jemand »per pedes« in die Schule kommt. Es gab neue Lehrer und neue Mitschüler und vor allem Schülerinnen (das kannte ich bisher überhaupt nicht). Es gab die Lehrer von »unbeliebt«‚ »schwierig« über »väterlich« und »selbstherrlich« bis hin zu »jung und dynamisch« sowie »sehr beliebt«. (Jeder kennt die Namen und kann sie problemlos zuordnen). Hr. Thiem erklärte uns anhand der Gaus’schen Normalverteilungskurve, dass wir bis zum Abitur höchstens noch 18 von den jetzt 30 Schülern wären. Das war natürlich eine bombige aufbauende Motivation für die nächsten Jahre. Wie er mir später einmal erklärte ging es damals nicht um »Fordern und Fördern«, sondern nur um Auslese (und das in einem Land das als Ressource nur den Geist seiner BürgerInnen hat). Neben der Regelschulzeit gab es da auch noch den Schulchor, der von Volkmar Schrenk und von Otto Fischer geleitet wurde. Wenn man im Chor mitsang, bekam man eine bessere Schulnote im Fach Musik. Das nützte bei mir nichts. Eines Tages sagte Hr. Fischer, ich solle doch nicht mehr kommen, ich würde auch so meine 5 bekommen. Habe ich wirklich so schlecht gesungen, dass meine Stimme als terroristischer Anschlag gewertet wurde?

In diesen Jahren begann auch die Kunst des »Kirche-Schwänzens«. Mittwochs war in der ersten Schulstunde Kirchgang angesagt. Bald nutzen Alfred Schleicher und ich die Zeit, um Oberkochen in dieser Zeit mit dem Rad, bei Wind und Wetter, geographisch zu erforschen. Sonntags war die Sache schwieriger. Bei gutem Wetter wurden weitere örtliche Exkursionen durchgeführt und im Winter gab es im gut geheizten Warteraum des Bahnhofs Zuflucht. Diese sonntäglichen Fluchten waren aber nicht ungefährlich. Wir mussten aufpassen, dass uns niemand aus der Familie sah und zuhause mussten wir manchmal erzählen was der Pfarrer Forster gepredigt hat. Aber mit hinreichend Phantasie ausgestattet, war das kein Problem.

Jetzt gab es aber auch neben der Schulzeit reichlich Freizeit, die man nicht nur zum Lernen nutzte, sondern auch, um mit den neuen FreundenInnen »herumzuhängen«. Ganz besonders gerne war ich bei Christiane »Chris« Gärtner zu Besuch. Deren Eltern erschienen mir so was von modern und aufgeschlossen und so trafen wir uns oft bei Chris, um Hausaufgaben zu machen oder um französische Chansons zu hören. Die Liebe zu dieser Musik ist mir bis heute geblieben und selten habe ich einen Lebenslauf so vorgeschrieben gesehen wie bei Chris - sie ist dann tatsächlich in Paris gelandet, wo sie heute noch lebt. Der andere Ort zum »Abhängen« war die Eisdiele Arnoldo (siehe Bericht 525) Aber »Herumhängen« kostete auch Geld und musste verdient werden, denn ein Taschengeld von 2 DM war doch ein sehr enges Budget, davon konnte ich nicht mal ins Kino gehen. So begann ich zuerst mit Zeitschriften-Austragen. Ich trug die Wochenzeitschriften für einen Stuttgarter Verlag und, als Nachfolger für Uwe Norkus, den Brabandt-Lesezirkel aus (damals habe ich das mit dem Fahrrad erledigt, heute wird er mit dem Auto ausgefahren). Damit war ich nahezu täglich beschäftigt und verdiente recht gutes Geld, weil die Leute gutes Trinkgeld gaben, besonders im Winter und bei schlechtem Wetter. Eines Tages bekam ich eine besondere Adresse zur Lieferung angewiesen »Hut Heidenheimer Straße 150«. Ich suchte und suchte und fand die Adresse nicht und so behielt ich die Zeitung für mich selber. Später habe ich erfahren, dass die Familie im Seegartenhof wohnte. Nie und nimmer wäre ich da jede Woche hinausgefahren. Mit 14 Jahren habe ich dann auch zum ersten Mal hautnahen Kontakt zur Arbeitswelt der Erwachsenen bekommen. Ich wollte eigenes Geld verdienen und begann daher in den Sommerferien in der Aluminium- und Metallgießerei Egerter in der Aalener Str. 80 zu arbeiten. Eine solche Arbeitswelt konnte ich mir für mich in späteren Jahren nicht vorstellen. Nach 3 Wochen hatte ich, bei einem Stundenlohn von 2 DM, 360 DM verdient und konnte mir mein erstes eigenes Radio kaufen: Einen Grundig Satellit Boy. Mit diesem zog ich dann auch durch die Straßen, um die MitbürgerInnen an meiner Musik teilhaben zu lassen. 1967 und 1968 arbeitete ich im Bäuerle-Sägewerk in der Mühlstrasse (schräg gegenüber vom Haus Mannes). Hier mussten wir gesägtes Holz stapeln, umstapeln und kommissionieren. Die letzten Ferien übte ich mich dann im Nichtstun, da ja die Lehrzeit anstand und mir ja schließlich »den Ernst des Lebens« beibringen sollte. In diesem Alter durfte ich auch am Freitagabend für den »Kegelclub Sonnenberg« auf der Kegelbahn in der »GRUBE« Kegel aufstellen. Man musste flink und konzentriert sein, damit die Kegelbrüder zufrieden waren. Es gab gutes Geld und einen Einblick in die Freizeitwelt unserer Väter.

Auch hatte ich Lieblingsgeschäfte in Oberkochen. Da waren der »Spielzeug-Unfried«, der mich mit Wiking-Autos und Modelleisenbahnausstattung beeindruckte. Da gab es die Buchhandlung »Henne«, die mich mit Büchern von Edgar Wallace faszinierte, das Kiosk »Ennepetz« in der Bahnhofstraße und das Foto- und Zeitschriftengeschäft »Kristen«. Hier beindruckte Fr. Kristen mit ihrem Sprachfehler, wenn wir wieder das neue »Fikxsch und Fokxschi« abholten.


Klassenpartie bei Doc Enders 1967

Mit 15, 16 Jahren kam auch die Frage des Wochenendausgangs auf. Natürlich zog uns die erste Disco in Aalen, das »Pub«, magisch an und es kam schon vor, dass wir da sonntagnachmittags zu Fuß nach Aalen gingen, um unsere Extremitäten zum Rhythmus der Beatmusik zu bewegen. Das war eine spannende Zeit und wir bewunderten heimlich den Michael »Beppo« Bernlöhr, der dort rasch eine Disco-Größe wurde. Auch Oberkochen versuchte uns Gelegenheiten zum Tanzen zu geben. Zum einen gab es am Sonntagnachmittag einen stinklangweiligen Tanztee in der evangelischen Kirche und zum anderen gab es am Freitagabend und am Samstagnachmittag den Zeiss-Jugendclub im Jugendwohnheim (Heute DRK-Pflegeheim). Das hat mich mehr angezogen, das war spannend und es wurden viele verschiedene Aktivitäten geboten (Dazu wird es später einen eigenen Bericht geben).

In diesem Alter (zwischen 15 und 17) ging es auch um Parties mit allem was dazugehörte: Keine Würfelspiele mehr, keine Reise nach Jerusalem mehr - sondern Beat, schummriges Licht, Stehblues, Küssen und Petting, erster Alkohol mit Chips und Salzstangen. Da gab es Parties an die ich mich gerne zurückerinnere: die erste Klassen-Partie mit Doc Enders, der vergeblich versuchte uns für »Hazy Osterwald’s Schwarzwaldfahrt« zu begeistern. Die »richtigen« Parties fanden dann bei Eckart »Biba« Irion, bei Michael »Milu« Ludwig und bei mir statt - manche mit bleibender Erinnerung. Die beste Party fand allerdings 1969 im Progymnasium statt. Es war die erste Schulfete mit Disco und Tanz im Treppenhaus, die wir erlebten und selbst gestalteten. Die Technik hat unser Nachbar Wolfgang Dubiel entscheidend mit organisiert, es gab einen Discjockey-Wettbewerb, den ich knapp gegen Peter Meroth gewann. Bis weit nach Mitternacht wurde dem Rock, dem Blues, dem Beat Tribut gezollt und am nächsten Tag, während des Großreinemachens, haben wir vor dem Lehrerzimmer Mittag gegessen - nicht ohne vorher das Lehrerzimmer, unter Alfred »Ali« Hentschkes Führung, eingehend besichtigt zu haben.

In engem Zusammenhang mit dem Ausgang begann jetzt natürlich die Frage der angemessenen Kleidung. Anzug und Krawatte, wie es Hartmut Müller im Zeiss-Club liebte, war mir ein Graus und Jeans waren erst im Kommen. Notwendig waren Hosen mit einem Schlag und zwar mindestens 25-30 cm. Das machte was her. Oben enger wie eng und unten einen Riesenschlag. So konnte Man(n) losziehen. Jetzt waren noch die Haare zu stylen. Das war allerdings schwierig. Es gab in Oberkochen keinen Friseur, der in der Lage war, eine Beatles-Frisur auf den Kopf zu zaubern. Friedemann Blum hat alle probiert (von Hahn bis Kainz) - unbefriedigend. Also blieb uns nur der Weg zum Frauenfriseur (!) und Gnade in unseren Augen fand nur der Friseurmeister Blenk, der aus Friedemann einen »Paul Mc Cartney« zauberte.

Ein High-Light in der Oberkochener Stadtgeschichte war der 1. Mai-Scherz 1968. Es wurde von einer verschworen Gemeinschaft auf dem Dach des Pro-Gymnasiums eine Piratenflagge gehisst (wie man sieht waren wir damals der Zeit über 40 Jahre voraus, denn die Piratenpartei ist erst relativ neu). Da aber zu dieser Zeit die NPD im Land um die 10 % im Wahlkampf errungen hatte, wurde die Totenkopfflagge falsch gedeutet und mit einem nicht vorhandenen politischen Hintergrund in Verbindung gebracht. Wir fuhren am 2. Mai ins Schullandheim und wurden erst nach Rückkehr mit den Ermittlungen konfrontiert. Es wurden von der Schulleitung alle Register gezogen, um die Schuldigen ausfindig zu machen. Gottseidank wurde von einer Kriminalisierung durch eine Anzeige Abstand genommen, aber einige der Ertappten mussten dann zur Strafe im Vorfeld der Arbeiten für die Stadterhebung mitarbeiten. Trotzdem, es war und ist in meinen Augen noch immer der beste 1. Mai-Streich, der je in Oberkochen unternommen wurde.

In diesem bedeutenden Jahr 1968 bekamen wir endlich ein eigenes Badezimmer. Das tägliche Waschen und wöchentliche Baden in »edlem Zink« konnte endlich gegen tägliches Duschen auf »moderner Keramik« eingetauscht werden. Das war dann schon ein Quantensprung und mit 16 fand ich die althergebrachte Weise der Körperreinigung schon sehr veraltet.

Raum zur geistigen Entfaltung bot die Schülerzeitung »Scolasso«, bei der ich auch kurz im »Summer of 69« zusammen mit Peter Maiwald in der Rubrik »Popmusik« zusammengearbeitet habe. Das hätte ich früher anfangen sollen, denn da hatte ich Talent, aber noch kein richtiges Interesse.

Jetzt muss ich noch kurz erklären, wie ich zu meinem Spitznamen »Billie« kam. Durch meine guten Aufsätze bei den Aufnahmeprüfungen galt ich wohl als Anwärter auf den Scheffelpreis. Da ich mich aber in pubertären Jahren eher mit »Jerry Cotton«, Westernliteratur von G.F.Unger und anderer Machwerke vertraut machte, fand dieser triviale Stil Eingang in meine Schulaufsätze. Zur Freude meiner MitschülerInnen und zum Missmut meiner Lehrer wurden meine Aufsätze als abschreckendes Beispiel vorgelesen und teilweise in den Lehrerkonferenzen behandelt. Oberstudienrat Rudolf Thiem wies mir dann, den aus der Weltliteratur bekannten Namen »Billie the Kid« zu. Alte und sehr alte Freunde und -innen kennen mich auch heute noch unter diesem hart erarbeiteten Künstlernamen.

Die Schuljahre verliefen für mich von erfolgreich bis erfolglos. Es begann der Generationenkonflikt zwischen Söhnen und Väter und ich hatte mich wild entschlossen meine pubertären Kämpfe mit allen Männern (von Vater bis Lehrer) auszukämpfen. Das geht in der Schule selten gut. Meine Leistungen und die Anforderungen dieser Männer waren nicht kongruent und so kam was kommen musste. Ich durfte die eine und andere Extrarunde drehen und 1969 die Schule mit der Verweigerung der »Mittleren Reife« verlassen. Was soll’s. Alleine der Name: »Mittlere Reife« (Nichts Halbes und nichts Ganzes). Und so ging ich »ohne Reife«, andere mit »mittlerer Reife« und die Abi-Klasse mit der »vollen Reife«, dem Reifezeugnis, die Schule. Was nun? Müllabfuhr, Straßenkehrer oder ähnliches, was man mir angedroht hatte. Nichts dergleichen. Ich wusste zwar, was ich nicht wollte, aber was ich wollte, das wusste ich damals noch nicht. Nur mein Freund Michael Ludwig sagte mir, dass es sonnenklar sei, dass ich Manager werden würde. Und so kam es dann auch, denn der Kegelbruder meines Vaters, namens Adolf Reber, sorgte dafür, dass ich ein Vorstellungsgespräch bei Hr. Bengel von LEITZ bekam. Wie das verlief weiß ich nicht mehr, das Ergebnis war jedenfalls ein Lehrvertrag als Industriekaufmann. Und von da an, ging’s nicht bergab, sondern bergauf.

Da meine Schulzeit nicht in einer Abschlussklasse endete wurde ich auch später nie zu irgendwelchen Klassentreffen eingeladen, weil ich einfach immer »dazwischen fiel«. Kein Wunder, denn ich hatte ja »keine Reife«. So habe ich es mir später dann als Aufgabe gemacht, allen Schülern und Schülerinnen, aus meiner Schulzeit eine Plattform zu regelmäßigen Treffen anzubieten (egal ob Baum-, Volksschule oder Gymnasium) und so treffen wir uns heute noch regelmäßig im Naturfreundehaus, um der alten Beziehungen willen und muss sagen, dass sich der Aufwand lohnt und diese Erkenntnis mit den Jahren, die ins Land zeihen, wächst. Übrigens, heute haben wir alle die volle Lebensreife erreicht.

1969 bis 1973
Wie lässt sich das Jahr 1969 am besten beschreiben? Ganz einfach: Die Beatles waren am Ende und ich am Anfang! Am 1. Sep 1969 begann der sog. »Ernst des Lebens« unter dem Motto »Lehrjahre sind keine Herrenjahre« und ich begann bei der Firma GEBR. LEITZ in Oberkochen eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Wir fanden dort eine raue, aber durchaus herzliche Erwachsenen-Welt unter Führung der HH Kümmerle, Bengel, Reber, Holz und Wirth vor. Es war eine Welt, in der viel gearbeitet, aber auch kräftig gefeiert wurde. Vieles war neu und wurde schnell erlernt. Auch das Beziehungsgeflecht, das untereinander bestand, mussten wir rasch durchdringen, um nicht in zu viele Fettnäpfchen zu treten. Die Lehrzeit wurde durch Besuche der Kaufmännischen Berufsschule am Galgenberg in Aalen bereichert.

Auch dort gab es Lehrer, die mir bis heute in Erinnerung sind. Der brave Gutmensch Hr. Arnold und der brachiale wortgewaltige Hr. Illetschko. Ich kam noch in den Genuss des Erlernens von Schreibmaschineschreiben und der, inzwischen vergessenen, Kunst der Stenographie. Die Lehrjahre waren spannend und lehrreich, auch was die mitunter harsche Sprache der LEITZler untereinander betraf. Einer Mutprobe kam es immer gleich, wenn junge Lehrlinge als »Terminjäger« in der Produktion tätig waren. Die Facharbeiter in der Produktion waren in ihrer Art doch ein besonderes Kaliber, mit denen nicht immer gut Kirschen essen war - echte Kochertaler Bohrermacher wie der »Zelle« und andere halt. Was auffiel war, dass sich die Belegschaft in verschiedene Gruppen aufteilte. Es gab die mit dem »Blauen Done« (Arbeiter), die Graukittel (Meister, Lagerpersonal oder AV-Leute und die Weißkittel (Kaufleute, Konstrukteure). Schwarzkittel gab es in Oberkochen auch, aber die lebten im Wald.


Großraumbüro Verkauf Leitz Anfang der 70er

Wir Lehrlinge hatten von Anfang an eine sehr gute Beziehung untereinander und verbrachten auch viel Freizeit miteinander. Wir gingen zusammen Kegeln, auf den Fasching, in den Ski-Urlaub, in die Disco, in die Beizen der Umgebung und feierten kräftige Parties - wie das eben damals so üblich war. Es kam die Zeit, als ich mich entscheiden musste, wie ich mit dem Thema »Bund(eswehr)« umgehen sollte. Nachdem für mich klar war, dass ein Leben beim Heer nicht in Frage kam und eine Verweigerung mir zu aufwendig erschien und ein Ausbruch aus diesem engen kleinen Kochertal notwendig wurde, entschied ich mich, eine 4jährige Verpflichtung Marine bei der Marine einzugehen. Am 1. April 1973 verließ ich 21jährig (endlich volljährig) Oberkochen in Richtung Norddeutschland und es begann die aufregenste Zeit meines Lebens. Die nächsten Jahre verbrachte ich in List (Sylt), in Kiel und mit dem Zerstörer MÖLDERS (D186 heute im Marinemuseum Wilhelmshaven zu besichtigen) auf den Weltmeeren.

Nachtrag
Wie Sie gemerkt haben, bin ich vom Makrokosmos »Weite Welt« wieder in den Mikrokosmos »Oberkochen« zurückgekehrt und berichte heute hin und wieder für den Heimatverein aus »unserer Zeit der 50er und 60er Jahre«. Ich bin jedoch mit Herz und Seele ein Reisender geblieben, um aber immer wieder im Heimathafen »Oberkochen« festzumachen. Ich wünsche mir, dass ich Sie noch öfters auf Reisen in die Vergangenheit mitnehmen kann und Sie Freude daran haben.

Wenn Sie eigene Erinnerungen haben und Geschichten kennen, die es wert sind, festgehalten zu werden, melden Sie sich bei mir (Telefon: 0171 2217 530, E-Mail ).

Wilfried Müller

 
 
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