Serie „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“

 

Bericht 579
 

Geophysikalische Vermessung des LDA
im Weilfeld („Römerkeller“)

Am 4. März 2011 war der bereits im letzten Jahr angekündigte Tag X an dem es „Ernst wird“ mit der vom Landesamt für Denkmalschutz angekündigten geophysikalischen Vermessung des Umfelds des „Römerkellers“ im Weilfeld bei Oberkochen. Anwesend waren: Die Herren Dr. Andreas Thiel als Leiter des Ref. 86 – Bodendenkmalpflege LDA - und Dr. von der Osten, beide vom Regierungspräsidium Stuttgart, sprich Landesdenkmalamt Esslingen. Dr. von der Osten wird die anstehenden Messungen in den nächsten Tagen vornehmen, assisitiert durch Frau Corinna Ebert, Vermessungstechnikerin vom selben Amt. Seitens der Stadt waren Stadtbaumeister Thalheimer und Dietrich Bantel anwesend, unter dessen Leitung der Keller, der erst vor Jahresfrist hervorragend restauriert wurde, genau vor 40 Jahren freigelegt worden war.   weiter...

Römerkeller Richtung Unterkochen. Im Vordergrund von lks nach rts: Frau Corinna Ebert, Herr Dr. von der Osten, Herr Dr. Andreas Thiel, Dietrich Bantel

Sämtliche Beteiligten waren sich einig darüber, dass nicht nur die Lage, sondern die Gesamtsituation um den Oberkochener „Römerkeller“ in jeglicher Hinsicht eine Einmaligkeit darstellt, die durch die von Bürgermeister Bosch anlässlich der Erstkonservierung angeregte Bepflanzung mit nach oben zypressenhaft spitz zulaufendem Wacholder eine südländische, ja geradezu toskanisch unvergleichlich apart anmutende Ambiente erreicht. Es muss immer wieder darauf hingewiesen werden, dass das „Weltkulturerbe Limes“ nur in der Zusammenschau mit seinem unmittelbaren Hinterland gesehen werden kann.  weiter...

Herr Dr. v.d. Osten bei der Vermessungsarbeit in einem abgepflockten Geviert.

Bei der Vermessung wird zunächst das nähere Umfeld des „Römerkellers“ untersucht, - erst dann wird mit Sicherheit gesagt werden können, ob sich, oder ob nicht, weitere römische Mauern im Bereich des „Römerkellers“ befinden. Seit 40 Jahren war darüber nur spekuliert worden. Hierzu werden die im weiteren Nahbereich des Kellers gelegenen Flächen, hauptsächlich der Acker zur Ebnater Steige Richtung Wegkreuz mit besenstieldicken Hölzern in 20 auf 20 m große quadratische Felder eingepflockt, über die ein Bandfeld befestigt wird. Alsdann wird entsprechend der Bodenbeschaffenheit entweder per Radar oder auf magnetische Weise nach dem GPS-Verfahren (Global Position System = Navigations-Satellitensystem zur Positionsbestimmung) der Boden systematisch abgetastet, wobei die verschiedenen Dichtigkeitsbeschaffenheiten von Mauern und anstehendem Mutterboden, wobei auch die Feuchtigkeit eine Rolle spielt, verschiedene Signale aussenden, aufgrund derer eventuelle Mauern mit Sicherheit nachgewiesen werden können.  weiter...

Herr Dr. v.d. Osten mit dem PGS-Vermessungsgerät. Die gemessenen Daten werden unmittelbar auf den Bildschirm übertragen, den der Wissenschaftler umhängen hat.

Nach dem derzeitigen Stand wird wohl bevorzugt das Radarsystem (Erdradar = Georadar) angewandt.

Am 8.3. wurden die Vermessungsarbeiten aufgenommen. Am 9.3. stand fest, dass sich zumindest im Bereich zwischen Römerkeller und Ebnater Steige (Kreuz) keine Mauern nachweisen lassen. Wie und wann es weitergeht ist vor allem auch wetterabhängig.

Kleines römisches Badgebäude beim Römerkeller entdeckt

Am 13.03. teilte uns Dr. Andreas Thiel vom LDA mit, dass als Teilergebnis des bisherigen Radarmessungen nördlich des Römerkellers (ca. 60 m Richtung Unterkochen oberhalb des Erlenbachs, fast noch auf Höhe der Römerkellers) ein kleines Nebengebäude erfasst worden ist.- Am 17.03. folgte als nächste Überraschung die schriftliche Mitteilung von Herrn Dr. Thiel, dass es sich bei dem neu entdeckten Gebäudes um ein kleines Bad vom Blocktypus handelt. Insofern, haben meine Vermutungen Richtung „Bad im Zusammenhang mit der Erlenbach“ zugetroffen. – Das Gebäude „Römerkeller“ will Herrn Dr. Thiel als zu klein für ein Hauptgebäude einer Villa Rustica erscheinen. Insofern ist nicht ausgeschlossen, dass sich im Weilfeld noch weitere Überraschungen verbergen. Die Untersuchungen, die von Dr. von der Osten vom LDA durchgeführt werden, gehen entsprechend der Wetterbedingungen weiter.

Dietrich Bantel

 
 
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