Serie „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“

 

Bericht 549
 

Kocherkanalbrücke Bahnhofstraße
Eine Frage

Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916) schrieb einmal sinngemäß, dass man etwas 100-mal, ja 1000mal sieht, ehe man es zum allerersten Mal richtig sieht.

Dies trifft auch auf die beiden im Zerbröseln befindlichen alten Betonklötze zu, die sich links und rechts neben der Kocherkanalbrücke in der Bahnhofstraße befinden. Sie bestehen aus jeweils zwei leicht abgesetzten Teilen, einem etwas kleineren unteren und einem leicht größeren etwas überstehenden oberen Teil. Man geht an den Klötzen vorüber, wenn man die Kreissparkasse, Richtung Bahnhof gehend, passiert hat. Die Klötze stehen dann eigentlich unübersehbar links und rechts der Straße beziehungsweise der Gehwege am Ende der Geländer am rechten, also bahnhofseitigen Kanalufer.

Im Zuge der anstehenden dringend notwendigen Sanierung der alten Brücke, die schon 1965 und 1970 saniert wurde, tauchte die Frage auf, welchem Zweck diese Klötze einst gedient haben könnten. Anwohner können sich nicht an irgendeinen Verwendungszweck oder baulichen Zusammenhang der beiden ca. 80/100/40 cm großen Klötze entsinnen.

Einer von ihnen wusste: »Die Kletz, die sen scho emmr dao, on Amen«. - Ein anderer meinte: »D'Reemr hen au scho bedonniert, - vielleicht hennse zuanama reemische Schdadddoor g'heerd«. Ein dritter meinte scherzend, dass die Klötze vielleicht in der Art eines Sprungbrettsockels dazu gedient haben könnten, dass man Fahrräder besser in den Kanal werfen kann - »Guggat Se, säll faschd nuije Rädle leit scho seit drei Däg em Kanal, on koinr holt's raus«.

Nur so viel war herauszufinden: Die Klötze standen schon vor dem Zweiten Weltkrieg an diesem Platz. Wir bitten unsere älteren Leser, uns unter Telefon 7377 anzurufen, wenn sie irgendetwas zu den beiden Klötzen sagen können.

Wir bilden sie heute ab - der Vollständigkeit halber und zur Information, was es heute alles gibt, samt dem versenkten Fahrrad. Das Wasser, das aus dem Rohr austritt - im Fahrradfoto links oben - ist der verdolte Katzenbach - die »Katzenbachmündung« sozusagen.

Dietrich Bantel

 
 
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