Serie „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“

 

Bericht 512
 

Rundschau vom Volkmarsberg

In den letzten Jahren erhielt der Heimatverein von drei verschiedenen Seiten eine auffaltbare Panorama-Rundschau, die vor 77 Jahren im Auftrag des Schwäbischen Albvereins von einem Tübinger Künstler gezeichnet wurde.

Der Faltling hat in zusammengefaltetem Zustand etwa Postkartengröße - d.h. er misst im geschlossenen Zustand 12 auf 15 cm. Aufgeklappt besteht er aus 9 Sektionen, die insgesamt eine Länge von 130 cm ergeben. Unten auf der letzten der neun Seiten steht der gedruckte Vermerk:
Nach Natur gezeichnet von Joh. Dreyschütz, Tübingen.

Auf der Umschlagseite befindet sich vorne eine fiktive Darstellung des Gipfels des Volkmarsbergs mit dem erst am 25. Mai 1930 - also im selben Jahr in welchem das gezeichnete Panorama entstanden ist - eingeweihten noch gussfrischen Aussichtsturm. Das Panorama ist vermutlich in lithographischer Technik gefertigt. Der Text des Umschlagblattes lautet:
Rundschau vom Volkmarsberg bei Oberkochen Verlag des Schwäbischen Albvereins Tübingen, 1930

Links des Turms steht die bereits 7 Jahre zuvor (1923) errichtete alte, 1960 durch einen Neubau aus Stein ersetzte Blockhütte, rechts der »Schdoi« mit einem ziemlich hohen drehbaren Windrichtungs- und einem festen Himmelsrichtungspfeil. Der Text der Umschlagrückseite lautet:

Die auf dieser Rundschau verzeichnete Alpenfernsicht kann in wesentlich größerem Maßstab mit Bezeichnung aller Einzelheiten auf einem Kunstdruckblatt von der Turmwache auf dem Volkmarsberg oder von der Geschäftsstelle in Tübingen um 30 Pf. bezogen werden.

Leider ist bei uns bis heute noch kein Exemplar der erwähnten großen Panoramadarstellung aufgetaucht. Wir beschränken uns im Folgenden auf zwei Ausschnitte aus dem Panorama.

Unser erster Ausschnitt aus dem Panorama zeigt den Blick nach Süden »Alpenfernsicht«. Vom Kaiser-Gebirge über Karwendel-Gebirge, Wetterstein-Gebirge, Lechtaler Alpen bis zum Beginn der Allgäuer Alpen. Zwischen dem Vorder- und dem Hintergrund liegt die Donauniederung. Im Vordergrund blickt man über die Abhänge des Volkmarsbergs und die des Wollenbergs ins oberste Kochertal hinab bis zur Wasserscheide und die Gegenhänge hinauf bis zum Zahnberg und übers Härtsfeld.

Unser zweiter Ausschnitt aus dem 1,30 m langen Panorama zeigt den Blick nach Westen übers Essinger Feld, Hohenroden, Rosenstein Richtung Schwäbisch Gmünd.

Über den »Berg« und den Volkmarsbergturm ist schon viel geschrieben worden. Wir verweisen vor allem auf die Seiten 323 bis 334 des 1986 erschienenen Heimatbuchs »Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag« (2. verbesserte Auflage 1993).

Ferner verweisen wir auf die vom Schwäbischen Albverein für 8. Juli 2007 geplante Wanderung der Oberkochener Vereine zum Volkmarsberg. Schriftliche Information zu dieser Veranstaltung, deren Erlös der Turmrenovierung zugute kommen soll, gibt es demnächst über den Schwäbischen Albverein.

Wenn Sie »aufm Berg« Glück haben und dort mit einem bekannten Oberkochener Friseurmeister ins Gespräch kommen, wird er Ihnen erzählen, auch wenn's regnet oder Katzen hagelt, dass er »noch heut Morgen bei strahlender Sonne von oben vom Turm herab die Zugspitze gesehen hat«. Wenn man dann ungläubig in die Runde schaut, findet sich in der Regel ein wissender und gleichzeitig mitleidiger Hüttenbesucher, der für Aufklärung sorgt, indem er sagt: »Wissat Se, der moint mit »Zugspitze« d'Logomodief, also d'Schbitze von sällem Zug, der wo morgens von Königsbronn her s'Dal rondr kommt.«

Dietrich Bantel

 
 
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