Serie „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“

 

Bericht 511
 

Riesige Ameisenhaufen
»Sieben-Hügel-Stadt« beim Eichertbrünnele

Für den, der durchs Wolfertstal Richtung Essingen wandert, sind es seit Jahrzehnten alte Bekannte: Die ständig weiterwachsenden riesigen Ameisenhaufen rechts des Vizinalwegs zwischen dem alten »Bäuerleschuppen« und dem Eichertbrünnele - sieben teils in tief hängenden Tannenzweigen versteckte, teils unübersehbare Bauwerke am Rand des Sonnescheins, allesamt höchst lebendig und mindestens drei von ihnen von ungewöhnlicher Größe.

Leider weisen zwei von ihnen Spuren mutwilliger Zerstörung auf, die von den fleißigen und nimmermüden Bewohnern notdürftig geflickt wurden.

Dieser Bericht möchte dazu beitragen, die Menschen einmal mehr zur »Erfurcht vor dem Leben« (Albert Schweitzer) hinzuführen.

Übers Internet (Google) finden wir unter dem Stichwort »Ameisenhaufen» viel wertvolle Information. Hier eine Auswahl:

An 1. Stelle auf Seite 1 kann man einen sehr ausführlichen Bericht von »Wikipedia« abrufen.
An 4. Stelle auf Seite 1 finden wir einen Bericht unter »freenet« - Wissenschaft - »Was passiert in einem Ameisenhaufen?«.
An 8. Stelle auf Seite 1 kommt ein Bericht unter Jugendinformation »Perfekt organisiert: der Ameisenhaufen«. Während in »freenet« die Ameisenhaufen als zu den imposantesten Bauwerken gehörend bezeichnet werden, die unsere heimischen Insekten hervorbringen (bis zu 2 Meter Höhe und von 1/2 bis zu 1 Million Ameisen bewohnt), beschreibt die Jugendseite »Wissen macht Spaß« die Ameisenhaufen folgendermaßen:

Zitat:
Die meisten Ameisenarten bauen sich Nester - die einen in Baumstümpfen, andere in Höhlen oder Felsnischen. Am besten kennt ihr sicher die künstlichen Hügel der Waldameisen - die Ameisenhaufen. Die sind oft über einen Meter hoch, haben einen Umfang von vier Metern und mehr. Um den Hügel anzulegen, tragen die Tiere abgefallene Nadeln und Holzstückchen zusammen, dazu Teile von kleineren Pflanzen und auch Erde. Die Ameisen wohnen nicht nur im Hügel, sondern auch darunter, im Boden. Das Nest geht mindestens noch einmal so tief in die Erde. Der Aushub, der beim Anlegen der unterirdischen Gänge entsteht, wird für die oberen Stockwerke benutzt.

Gröberes Material wird im Inneren des Hügels angeordnet; Feiners bildet den Nestmantel. Die Kuppel wird von kleinen Aststücken zusammengehalten.

Die Ameisen heizen ihr Nest auf erstaunliche Weise. Wenn die Sonne auf den Hügel scheint, kommen viele der kleinen Tiere heraus und sonnen sich. So speichern sie Wärme in ihrem Körper. Dann klettern sie in die unteren Stockwerke und geben dort ihre Wärme ab. Die warme Luft steigt nach oben und heizt das ganze Nest. Im Inneren des Ameisenhaufens geht es nicht wild durcheinander, wie man meinen könnte. Alles ist genau organisiert. Die Königinnen haben ihre Kammern in der Mitte des Hügels. Die Räume für Eier, Larven und Puppen sind streng getrennt. Die Nesteingänge werden geschlossen, wenn es regnet oder kalt wird. Und der unterirdische Friedhof liegt etwas abseits.
Ende Zitat

Unsere Sieben-Hügel-Stadt beim Eichertbrünnele im Tal der sieben Hungerbrunnen (sowohl von den Hügeln als auch von den Brunnen mögen es gewiss auch mehr sein) ist in diesen sonnigen frühlingshaften Tagen besonders lebendig. Je nach »Kaste« (Arbeiter, Soldaten, Königinnen) sind die roten Waldameisen plusminus 10 mm groß, können munter beißen und werden, ebenfalls je nach Kaste, zwischen 3 und 15 Jahre alt.

Die Zahl der Bewohner eines Ameisenhaufens hängt mit seiner Größe und seinem Alter zusammen. Die Angaben schwanken zwischen 100.000 bis 2.000.000 Ameisen. Drei unserer Ameisenhaufen erreichen ab dem gewachsenen Boden fast die Maximalgröße von 2 Metern.

Ameisenhaufen stehen unter Naturschutz.

Dietrich Bantel

 
 
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