Serie „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“

 

Bericht 487
 

»Ndaga fiyo«

Folgender Brief von Prof. Dr. Friedemann Schrenk erreichte uns am 2. September:

Lieber Dietrich, ich bin wieder zurück aus Karonga. Die Sendung ist angekommen!!! Leider konnte ich dir die Bilder von dort nicht mailen wegen zu langsamer Telefonleitungen. Daher jetzt dafür zwei Bilder, und einen Text dazu. Es gab jede Menge Verwicklungen, nicht wegen der Sendung, sondern, weil das Museum durch das fälschliche Vorgehen eines dappigen Gerichtsvollziehers kurzerhand geschlossen wurde, da es eine Verwechslung des Grundstücks gab mit einer anderen Organisation, die irgendjemand Geld schuldete; das war vielleicht ein Hickhack, diese Justizposse. Es ging dann zwar alles gut aus, aber das hat uns ganz schön in Atem gehalten!! Ich hoffe der Text ist brauchbar so. Herzlichen Dank für Deine Unterstützung!!. Liebe Grüße, Friedemann.

»Ndaga fiyo!« heißt Dankeschön auf Kyangonde, der Sprache der Ngonde people Karongas. Dankeschön für Werkzeuge, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Carl Zeiss AG für die kleine Schreinerei des Cultural and Museum Centres sammelten und im Frühjahr postwendend nach Malawi versandten. Das Heimatmuseum Oberkochen hat damit bereits zum zweiten Mal kräftig die Werbetrommel gerührt, um dem von Prof. Dr. Friedemann Schrenk initiierten Projekt in der Wiege der Menschheit Sachspenden zukommen zu lassen.

Das Zentrum wurde errichtet, um das Wissen um die paläoanthropologischen Funde Schrenks mit der Bevölkerung Malawis zu teilen. Ein Novum, denn bislang wanderten Fossilfunde früherer Menschen mit ihren »Entdeckern«, zumeist Wissenschaftler aus Ländern der Industrienationen, ab in das heimische Labor. Dass Afrika die Wiege der Vor-, Ur- und Frühmenschen war, ist jedoch im jeweiligen Finderland der kostbaren Hominidenfragmente bislang unbekannt. Um das Wissen um dieses einzigartige Erbe in Malawi darzustellen und zu erhalten hat Schrenk zusammen mit lokalen Kräften und Kolleginnen und Kollegen der Uraha Foundation Germany e.V. das Museum gegründet, das am 10. Dezember vergangenen Jahres durch den Staatspräsidenten Malawis eingeweiht wurde.

Alle Holzarbeiten, Vitrinen und Rahmen wurden lokal unter Anleitung des Uraha Foundation Mitglieds Sebastian Mühlhäuser hergestellt, der für den Ausstellungsbau des Zentrums verantwortlich zeichnete. Von seinem freiwilligen Engagement profitierten jedoch nicht nur die Ausstellung, sondern auch drei junge Schreiner, die nun die Museumsschreinerei leiten. Werkzeugspenden wie die von Carl Zeiss tragen dazu bei, dass das Angebot der kleinen Schreinerei noch vielseitiger wird und trägt so indirekt zur Arbeitsplatzsicherung der jungen malawischen Schreiner bei.

Um weitere Arbeitsplätze schaffen zu können, fehlt es der Schreinerei jedoch bislang an einem Starkstromanschluss, um Maschinen wie Kreissägen einsetzen zu können. Finanzielle Hilfe ist daher erwünscht. Wenn Sie mithelfen wollen, die Schreinerei von Wongani Kalua, Mike Mponda und Andrea Manganda zu erweitern, spenden Sie einfach unter dem Stichwort »Schreinerei« an die Uraha Foundation Germany e.V., Dresdner Bank Darmstadt, BLZ: 508 800 50, Konto: 02 180 480 00. Ab einer Spende von 50 Euro erhalten Sie eine Spendenbescheinigung des Vereins. Weitere Informationen zum Projekt sind im Internet unter www.palaeo.net/cmck einzusehen.

HVO

 
 
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