Serie „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“

 

Bericht 485
 

Tag des offenen Denkmals am 11. September
Schwerpunktthema »Krieg und Frieden«

In Deutschland wurde der Tag des offenen Denkmals erstmals 1993 bundesweit gefeiert. Die Koordination liegt bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Seinen Ursprung hat dieser Tag in Frankreich, wo es ihn seit 1984 gibt. Auf europäischer Ebene wird der Denkmaltag, an dem sich 2004 bereits 48 Länder beteiligten, seit 2001 begangen.
Jedes Jahr wird international ein Schwerpunktthema festgelegt. In diesem Jahr lautet es »Krieg und Frieden«.

Nachdem wir 2005 seitens des HVO in BuG bereits im April dieses Jahres in unserem Beitrag 478 auf »60 Jahre Frieden« hingewiesen und aus diesem Anlass sämtliche Berichte des Heimatvereins aufgelistet haben, die sich mit dem Thema der letzten Kriegstage in Oberkochen beschäftigen, kam der Gedanke auf, dass der nur teilweise fertiggestellte unterirdische Fabrikationsstollen des Rüstungsbetriebs Fritz Leitz zur Fertigung von Flugzeugteilen anlässlich des diesjährigen Tages des offenen Denkmals am 11. September möglicherweise zur Besichtigung zumindest teilweise hergerichtet und freigegeben werden könnte.

Entsprechende Bemühungen der Presse (Frank Bühl, Schwäbische Post) und meinerseits bei Geza Horn, der für den Bereich Architektur bei der Firma Carl Zeiss zuständig ist, auf deren Gelände einer der Eingänge zum Stollen bis auf den heutigen Tag immer noch zugänglich gemacht werden kann, ergaben, dass das Sicherheitsrisiko in dem alten in den Fels gebrochenen Stollen nach so langer Zeit zu groß ist, bzw. die Aufwendungen, um die gewünschte Sicherheit zu bekommen, zu groß sind.

So mussten wir von der Verwirklichung des interessanten Gedankens Abstand nehmen.
Wir verweisen auf die zahlreichen und ausführlichen Berichterstattungen zum »Leitzstollen« im Rahmen unserer heimatkundlichen Serie »Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag« und auf die Veröffentlichung im Heimatbuch sowie auf die Info-Tafel zum »Leitzstollen« im Raum 7 des Heimatmuseums, die im Rahmen unserer ständigen Ausstellung am nächsten »Offenen Sonntag« (4. September, 10.00 bis 12.00 Uhr) zu sehen ist.

Als »Trostpflaster« war geplant, erstmalig eine Schnittzeichnung zum Stollen zu veröffentlichen, die bei entsprechenden Nachforschungen im April 2005 im Archiv der Firma Carl Zeiss in einer kleinen, bei der »Entsorgung« der gesamten Unterlagen zum Stollen vor wenigen Jahren vergessenen Mappe, gefunden wurde. Leider konnte diese Bauzeichnung nicht rechtzeitig beigebracht werden - wir werden sie zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen.

Statt dessen fügen wir dem Bericht zwei bislang nicht veröffentlichte Fotos einer Stollenbegehung vor zehn Jahren an. Diese zeigen in eindrucksvoller Weise, wie stark der »Zahn der Zeit« an den nicht fertiggestellten Stollenteilen genagt hat. Eine Begehung wird mit jedem Jahr gefährlicher.
Wir verweisen auf unsere Berichte 339 - 342 in BuG 1999. Dort finden Sie weitere Fotos, unter anderem auch von fertiggestellten Teilen des Leitzstollens.

 

Dietrich Bantel

 
 
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