Serie „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“

 

Bericht 463
 

Hilferuf aus Afrika - Dank

Am 21. Mai d.J. erreichte uns per E Mail ein an den Heimatverein gerichteter Hilferuf aus Afrika. Absender: Professor Dr. Friedemann Schrenk, Uni und Senckenbergmuseum/Frankfurt a.M. und Karonga/Malawi, Afrika. Friedemann Schrenk, Oberkochener Paläoanthropologe von Weltruf, ist vor allem durch seine Forschungen in Afrika im Bereich der Primaten- und Hominiden Forschung, aber auch durch seine Vorträge, TV Berichte, vor allem aber durch seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen, sowie durch die zwei Bücher, die über seine Arbeit berichten, bekannt.

Im Januar dieses Jahres hielt er, veranstaltet vom HVO, im bis auf den letzten Platz gefüllten Bürgersaal einen Vortrag zu seinem jüngsten Buch »Adams Eltern«.

Prof. Dr. Friedemann Schrenk ist jedoch nicht nur als Forscher in Afrika tätig, sondern engagiert sich dort, zusammen mit seinen Kollegen, sehr stark auch auf sozialem Gebiet.

Der Hilferuf lautete auszugsweise:

... es fehlt noch Material zum Aufbau der Ausstellung und zur Einrichtung der Arbeitsplätze, wie aus der angehängten Info hervorgeht. In manchen Privat, Museums, Instituts oder sonstigen Kellern verstaubt Inventar und Material, das in Afrika bestens einsetzbar wäre.

Ein Container geht in wenigen Tagen, Ende Juni, von Frankfurt auf die Reise nach Karonga/Malawi und hat noch Platz frei. Daher sind wir für die Weiterverbreitung der angehängten Anzeige an potentielle Unterstützer und jede Rückmeldung sehr dankbar..

Angehängt war ein Schreiben mit weiteren Ausführungen zu den vielerlei sozialen Projekten der URAHA-Foundation. Auch Aidswaisen kommen durch diese Aktion, der möglicherweise eine weitere folgt - wir werden dann rechtzeitig eine zweite Hilfsaktion starten in den Genuss von Schulunterricht.

In BuG vom 28. Mai haben wir den Hilferuf - u.a. eine Liste mit ca. 70 notwendigen und erwünschten Werkzeugen, Maschinen u. vielerlei Materialen zur Einrichtung von Werkstätten - zum ersten Mal, und dann am 18. Juni, also »kurz vor Torschluss« ein weiteres Mal in BuG veröffentlicht.

Der Erfolg unserer Aktion war höchst erfreulich:

Folgende Oberkochener Firmen und private Spender haben sich an der Aktion beteiligt:
Leitz, Jakob Schmid, Tankstelle K. u. E. Balle, Willibald Mannes, Albert Neuhaus, Josef Frech, Hugo Gold, Martin Gold.
Der Gesamtwert der ungefähr zwei Tonnen wiegenden gestifteten neuen und gebrauchten Objekte, die am Mittwoch, 23. Juni von zwei Mitarbeiterinnen des Senckenberginstituts »eingesammelt« wurden, beträgt über 5000 Euro.
Da das Fahrzeug nicht alles aufnehmen konnte, wurde für den Rest seitens des HVO eine Beipack Sendung über die Fa. Petershans und Betzler organisiert.

Verladen der Spenden bei Martin Gold
v.l.: Mario Wallenhorst, Martin Gold (Bär), Christine Hemm (FS - Frkft), Melanie Lebschy, (FS-Frkft) Horst Riegel, Volkmar Schrenk, Sepp Rosenberger und Markus Kollmer.

Dank gilt allen oben genannten Spendern, sowie Martin Gold, Sepp Rosenberger, Horst Riegel, und Erwin und Michael Müller, die die Oberkochener Arbeit leisteten.

Bereits am Freitag, 25. Juni kam folgende E-Mail beim Heimatverein an:
Ma-la-wi ein Wort mit drei Silben, in dem eine der Wiegen der Menschheit stand. Seit mehr als zwanzig Jahren reise ich nun in dieses Land im Südosten Afrikas und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, es wären nur die Fossilien, die mich interessieren. Nein. Es sind Land und Leute, die mich und meine Kollegen der vor fünf Jahren gegründeten Uraha Foundation faszinieren. Die Armut ist sichtbar. Sie zu ignorieren grenzt an Arroganz. Das pro Kopf Einkommen unter einem US Dollar pro Tag, die Regierung korrupt und die Hilfsprojekte nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Unsere Helfer und Freunde vor Ort leben tagtäglich mit der Angst, morgen keinen Mais auf dem Teller zu haben, das Haus vielleicht von Wind und Wetter zerstört zu bekommen oder das Angepflanzte durch eine Heuschreckenplage zu verlieren. Wir wollen helfen. Helfen mit Bildung, Fortschritt in das Land oder zumindest in den Landstrich in dem wir arbeiten zu bringen. Mit unserem Cultural & Museum Centre Projekt haben wir dies in den letzten vier Jahren dank dem Einsatz von vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern getan. Ende des Jahres können wir nach vier Jahren endlich das Museum, einen Lehrpfad und ein Labor mit Präparationsräumen eröffnen und so Einkommen und Jobs schaffen.

Mit den Spenden, die Sie als Oberkochener dazu geleistet haben sind wir nun vor allem auch fähig, eine kleine Schule für Schreinerei zu eröffnen und so vielleicht einen Beitrag zur Ausbildung in dem Land zu leisten. Herzlichen Dank deshalb an alle Helferinnen und Helfer, die unseren Container, der nun bald gen Malawi abreisen wird, mit ihren Spenden gefüllt haben. Danke für die reibungslose Organisation der Abholung und den vielen guten Wünschen. Im Namen der Uraha Foundation vielen Dank für die tolle Spendenbereitschaft, herzliche Grüße Friedemann Schrenk.

PS. Wer mehr über unser Projekt wissen will, unter www.palaeo.net/cmck gibt es bildliche Eindrücke und auch einen Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die den Container hoffentlich bald in Empfang nehmen werden!

Dietrich Bantel

 
 
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