Serie „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“

 

Bericht 440
 

Ominöser Info-Tafel-Diebstahl

Am Sonntagvormittag, 16. 3. erhielt ich von einem Bekannten einen Hinweis, demzufolge die neue erst im Oktober letzten Jahres beim »Römerkeller« von der Stadt aufgestellte Informationstafel entwendet worden sei.

Pflichtgemäß wollte ich die Meldung mit Angaben zur Tafel, die immerhin 90 mal 60 Zentimeter groß ist, per Fax an den hiesigen Polizeiposten durchgeben. Aber das polizeiliche Fax Gerät weigerte sich den ganzen Tag, das Fax anzunehmen. So landete ich irgendwann beim Aalener Polizeirevier, das sich über die Tatsache, dass das Fax Gerät des Oberkochener Polizeipostens nicht tut, mit der Bemerkung äußerte: »Wenn die in Oberkochen das gleiche Gelumpe haben, wie wir hier in Aalen, dann wundert uns das nicht ... «. Die Aalener nahmen die Meldung entgegen und versprachen, sie am Montag nach Oberkochen durchzugehen.

Unabhängig davon bekam ich am Montagmorgen mein Fax an den Oberkochener Polizeiposten selbst erfolgreich durch. Wenig später schon standen Polizeiobermeister (POM) Werner samt der charmanten POM Schlude vor unserer Haustür und wollten eine Unterschrift für die offizielle Anzeige, und außerdem eine genaue Beschreibung der Tafel, die die Stadt immerhin 1235,-- Euro gekostet hatte.

Am Mittwoch, 19. 3. erfuhr ich zu früher Morgenstunde, dass am Parkplatz »Römerkeller« sechs Mannschaftswagen der Göppinger Polizei stünden und ganze Heerscharen von Polizisten im Gelände um den »Römerkeller« unterwegs seien - wahrscheinlich seien sie auf der Suche nach einer sechs auf neun Meter großen Aluminium-Informationstafel, die beim »Römerkeller« gestohlen worden war.

Hintergrund: Im Polizeibericht der »Schwäbischen Post« vom 19. 3. war die Rede vom Diebstahl einer »etwa neun mal sechs Meter großen Aluminium-Informationstafel«, die beim »Römerkeller« gestohlen worden war.

Gegen Mittag erfuhr ich dann, dass nicht nur sechs, sondern um die 20 Polizeifahrzeuge beim »Römerkeller« stehen.

Inzwischen waren nicht nur die Abmessungen des Schildes enorm gewachsen, sondern auch dessen Wert. Ein Vater suchte zusammen mit seinem Sohn das Gelände nach dem Schild ab und verbreitete die Mär, dass das Schild 12.000,-- Euro wert sei - er verstehe bloß nicht, weshalb ihm dieses Schild beim Römerkellen, nie zuvor aufgefallen sei, wenn es so riesengroß gewesen ist...

Inzwischen hatten wir die Bestätigung, dass das Schild in der Nacht von Samstag auf Sonntag gestohlen worden war, denn zwei jugendliche Helfer, die vom Heimatverein bei der Ostalb Putzete eingesetzt waren, berichteten, dass sie anlässlich der Putzete am Samstag so gegen 12.00 Uhr mittags am »Römerkeller« waren und die Tafel noch studiert hätten.

Einen Teil des gewaltigen Polizeiaufgebots konnte ich gerade noch für ein Fotodokument erhaschen und erfahren, dass die Göppinger Bereitschaftspolizei, wovon wir ausgegangen waren, tatsächlich eine Übung durchgeführt hatte - allerdings nicht etwa auf der Suche nach einem sechs mal neun Meter großen Aluminiumschild, sondern nach einer gefährlichen Rockerbande, die sich in den Wäldern oberhalb des »Römerkellers« versteckt hielt...

Wiederum zwei Tage später, am Freitag, 21. März, standen erneut POM Werner samt POM Schlude vor unserem Haus, hielten triumphierend die Info Tafel vom »Römerkeller« in die Höhe und vermerkten, dass sie mir gerne die gesuchte neun mal sechs Meter große Info Tafel vom »Römerkeller« zurückbringen wollten.

Ein aufmerksamer Bürger habe sie, zusammen mit seinem Hund, in einem Acker in der Nähe des »Römerkellers« in der Sonne blitzen sehen und so entdeckt. Von des Finders Frau erfuhr ich, dass es eine ganze Reihe von äußerst interessierten Nachbarn in den Fenstern ringsum gegeben habe, als ihr Mann im Geleit der beiden POM's zusammen mit der großen Tafel zum Polizeiauto gegangen sei. Was der wohl ausgefressen habe, der habe sich doch nie etwas zu Schulden kommen lassen...
Nun ist die eine der beiden gestohlenen Tafeln also wieder da.

Die Polizei äußerte den Verdacht, dass der Tafeldieb durch die polizeiliche Berichterstattung und die Bitte um sachdienliche Hinweise mit der Angst zu tun bekommen haben könnte, und deshalb das Schild nächtlicherweise wieder in die Gegend des Tatorts zurückgebracht hat.

Mittlerweile wurde auch die zweite gestohlene Tafel - das Hinweisschild »Römerkeller« - wieder zurückgegeben.

Dietrich Bantel

 
 
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