Serie „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“

 

Bericht 370
 

Neues vom Heimatmuseum:
Mineralien aus aller Welt

Am vergangenen Sonntag wurde im Heimatmuseum im Rahmen des Stadtfests die 4. Sonderausstellung zum Thema »Exponate aus Oberkochener Häusern« eröffnet.

Das Thema der Ausstellung, die bis zum Stadtfest 2001 zu sehen sein wird, lautet diesmal: »Mineralien aus aller Welt«.

Der 1. Vorsitzende des Vereins, Dietrich Bantel, begrüßte die zahlreich erschienenen Besucher und bedankte sich bei den beiden HVO-Mitgliedern Paul Abele und Horst Riegel, die die Ausstellung maßgeblich zusammengestellt und aufgebaut haben. Paul Abele, Mitglied der Aalener Geologengruppe, war mit seinem immensen Fachwissen und seinen weit über Oberkochen hinaus bedeutenden Exponaten zusammen Horst Riegel schon bei der Einrichtung des Raums 1 des Museums (Erdgeschichte und Geologie unserer Gemarkung) Seele und treibender Motor des musealen Geschehens in diesem Bereich.

Horst Riegel erläuterte die Schwerpunkte der Ausstellung, die sich mit ihren über 200 Exponaten, die von 11 Oberkochenern zur Verfügung gestellt wurden, wahrhaft sehen lassen kann.

Die 11 Aussteller in alphabetischer Reihenfolge sind: Paul Abele, Dietrich Bantel, Guido Kadura, Jürgen Kempf, Wolfgang Kühnert, Sepp Rosenberger, Christina Schneider, Günther Schreiber, Theo Stig, Konrad Weber und Harald Wollner. Außerdem erhielten wir einige Exponate aus der Sammlung des Ernst-Abbe-Gymnasiums.

Ein wesentlicher Gesichtspunkt zur Konzeption der Ausstellung ist, dass bei den Sammlern das Zusammentragen, das persönliche Interesse, die Freude an der Schönheit der Exponate und nicht die wissenschaftliche Seite der umfangreichen Thematik im Vordergrund steht.

Reliefkarte von der Ostalb
Im Anschluss an die Eröffnung der 4. Sonderausstellung wurde ein delikates Novum im Museum enthüllt, eingeweiht und in Betrieb genommen: Die »elektrifizierte Reliefkarte der Ostalb mit Oberkochen im Zentrum«.

Zur Geschichte dieser Karte: Vor über zwei Jahren traf der Vorsitzende seinen ehemaligen Schüler Reiner Mailänder, der damals in Bayreuth Ökogeologie studierte. Er zeigte mir als seinem ehemaligen Zeichenlehrer einige seiner faszinierenden Reliefzeichnungen aus dem Alpenraum, die in einer von ihm entwickelten Technik von Hand hergestellt waren. Meine Frage, ob er solche Zeichnungen auch von der Ostalb fertigen könne, bejahte er - vorausgesetzt, es eile nicht. Wir legten die Abgrenzungen für die Karte fest, wobei sich herausstellte, dass 12 Blatt in DIN A4 notwendig werden würden. Mittlerweile in Bern studierend fertigte Reiner Mailänder die 12 Blatt in den nächsten Monaten.

Inzwischen hatte ich den Gedanken, dass es eine Attraktion für unser Museum wäre, wenn Orte von Interesse auf dieser Karte mit durch Knopfdruck aufleuchtenden Punkten versehen werden könnten - 20 Ortsnamen und 20 Punkte von landschaftlichem Interesse.

Die entsprechende Technik zu fertigen sagten mir Konrad Weber und sein Sohn Norman Weber zu. Konrad Weber hatte uns bereits zur Museumseinweihung das hervorragende Modell des Hochofens und der Schlackenwäsche am Kocherursprung gefertigt. Die drucktechnischen Arbeiten und die Kastenunterkonstruktion fertigten einstweilen schon die Firma Scheurle/Siebdruck, Unterrombach, die vor 4 Jahren hervorragende Arbeit bei unserer Museumsdidaktik geleistet hatte.

Im September letzten Jahres berichteten wir über den Stand der Arbeiten an der Karte in Bericht 350 unserer Heimatkundlichen Nachrichten (BuG v. 17. 9. 99). Konrad und Norman Weber, die ihre Zeit wiederum unentgeltlich für den Heimatverein eingebracht haben, enthüllten die Karte, worauf sie vom jüngsten anwesenden Besucher, der 5 Jahre alten Melani Shoukavong, durch Druck auf den Knopf »Oberkochen« offiziell in Betrieb genommen wurde.

Der Vorsitzende überreichte Konrad und Norman Weber als symbolischen Dank für ihre wunderschöne Arbeit je einen Linolschnitt mit einem Oberkochener Motiv.

Unser nächster Bericht stammt aus der Feder von Reiner Mailänder (No. 371 in BuG v. 14. 7. 2000) und wird sich mit der geologischen Situation der Ostalb befassen.

Letzter Wolf war Wildkatze
Unter diesem Titel haben wir in BuG vom 2. 6. 2000 in Bericht 368 unserer heimatkundlichen Serie »Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag«, über die im Jahre 1881 im Hagental von Waldschütz Ebert erlegte letzte Wildkatze berichtet.

Inzwischen haben wir für das Heimatmuseum ein Großfoto von der ominösen Wildkatze fertigen lassen, das von einem Fotografen des Stuttgarter Rosensteinmuseums, Günter Stephan, speziell für den Heimatverein aufgenommen wurde.

Auf unseren Bericht im Amtsblatt hin hat sich eine Enkelin des Waldschützen Josef Ebert gemeldet: Frau Maria Beier, geb. Ebert. Sie überließ uns auf unsere Bitte hin ein Foto ihres Großvaters, das nun zusammen mit weiterem Dokumentationsmaterial in unserer ständigen Fotoausstellung im Heimatmuseum zu sehen ist.

Es lohnt sich also ein Besuch im Museum!

Dietrich Bantel

 
 
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