Serie „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“

 

Bericht 369
 

Die Wunderknolle

Vor einiger Zeit erzählte mir unser Mitglied Rudolf Heller von einem riesenhaften bilzhannes-ähnlichen Schmarotzerauswuchs (ca. 65/70 cm Länge) an einem Baum im Langen Teich (Langteich) der ihm schon lange bekannt ist. Ich bat ihn, das Unikum zu fotografieren und einen kleinen Bericht dazu zu schreiben. Offenbar hatte ihn dieses Naturwunder schon lange Zeit beschäftigt, denn er zitierte auswendig ein passendes eigenes Gedicht zu der Wunderknolle, deren Baumwirt den zerstörerischen Kräften von »Lothar« widerstanden hat.

Herrn Heller vielen Dank für den netten kleinen Bericht.

Aus diesem Anlass sei darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung »Langes Teich« (das Teich) nicht etwa eine speziell Oberkochener Verballhornung von »der Teich« = See ist, sondern eine Flurbezeichnung für eine meist trockene muldenartige Vertiefung im Gelände. In dem Flurnamenbuch von Walter Keinath (Orts- und Flurnamen in Württemberg, herausgegeben 1926/1951 vom Schwäbischen Albverein) ist »das Teich« wie folgt beschrieben.

Zitat:
»Wenig umfangreich ist das Teich (mhd. tich, schäb. Teich, muldenartige, meist wasserlose Vertiefung; vom schriftsprachlichen Teich = See unterschieden«.

Es heißt also im gesamten schwäbischen Raum zu Recht »das Teich«, - und demzufolge »das lange Teich«, wobei »das Teich« in der Regel nicht mit Wasser und schon gar nicht mit einem See in Verbindung zu bringen ist. (Andere »Teiche« auf Oberkochener Gemarkung sind: »Bilzteich«, »Sauteich«, »Schwarzweiler Teich«).

Dietrich Bantel

Bruder Wald
Es steht ein Baum im Buchenwald mit traurigem Gesicht.
Ist es der Hannes von der Bilz?, der deutlich zu dir spricht:
»Ein Stück Natur bist du und ich, drum laßt die Hand uns geben,
denn du brauchst mich, und ich brauch dich,
und beide wollen leben und nach Gesundung streben
- am besten bald - dein Bruder Wald.«

Wo steht dieser Baum mit dem »Bilz - Hannes - Gesicht«?

Die betreffende Buche mit der Wucherung steht etwa 300 m oberhalb der Gärtnerei Vollmer im Langen Teich direkt am Wanderweg des Albvereins, der von der alten Ebnater Steige am Waldrand zur Ruhebank mit Stein und Eiche führt (nach dem Parkplatz bei den Eichen Richtung Ochsenberg 1. Abzweigung links). Der Baum steht bergseitig und ist nicht zu übersehen.

 
 
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