Serie „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“

 

Bericht 165
 

Neues von der Alamannengrabung 1980

Nachdem die Hoffnungen, Fundstücke aus der Alamannengrabung, die das Landesdenkmalamt unter der Leitung von Dr. Ingo Stork im Jahr 1980 in der Frühlingstraße durchgeführt hat, nach Oberkochen zu bekommen, zunächst durch die sensationelle Entdeckung des Keltenfürstengrabhügels bei Hochdorf aufgegeben werden mußten (das LDA konzentrierte seinerzeit sämtliche Arbeitskraft auf die Konservierung der Funde aus diesem Objekt), und später von einer Abzweigung von Funden aus der Oberkochener Grabung nach Oberkochen Abstand genommen worden war, unter Hinweis darauf, daß ein großes Alamannenmuseum auf der Kapfenburg geplant sei, und dort sämtliche Funde der Ostalb konzentriert würden, taucht nunmehr ein kleiner Aussichtsschimmer am Horizont auf, möglicherweise doch noch einige Funde hierher nach Oberkochen zu bekommen.

Aus dem Jahr 1987 liegt uns ein Schreiben der Restaurierwerkstatt Beyer in Stuttgart vor, in dem die Einzelfunde aus zwei repräsentativen Gräbern aufgelistet sind. Bekanntlich sind die Funde vor 12 Jahren in Oberkochen an Ort und Stelle eingegipst worden und befinden sich seither in den Kühlräumen des Landesdenkmalamtes.

Es handelt sich bei den für Oberkochen interessanten Funden im wesentlichen um Grabbeigaben. Metallteile von Gürteln, Waffen und Schmuck.

Aus dem Männergrab Nr. 44 könnten, soviel wurde auf Röntgenbildern festgestellt, folgende Objekte restauriert werden:

  1. 1 kleine Eisenschnalle
  2. 1 Spatha (Langschwert) mit Scheideresten
  3. 1 Sax (Kurzschwert)
  4. 1 dreiteilige tauschierte (Einlegearbeiten) Gürtelgarnitur (Nr. 294)
  5. 1 Eisenteil (vermutlich Messer?)
  6. 1 Schwertgehänge mit Bronzebeschlägen
    hierzu gehören:
    2 kleine Schnallen
    2 größere Schnallen mit 2 Viereckbeschlägen
    1 Riemenzunge
    1 Beschlag ohne Schnalle mit 1 Viereckbeschlag

Aus dem Frauengrab Nr. 79 könnten restauriert werden:

  1. 1 Gürtelgehänge Fund Nr. 404, 401
    Bronzespiralen mit Eisendrähten (?)
    2 Bronzeverteiler
    Keramik(?)perlen
  2. 1 Eisengürtelschnalle Nr. 400
  3. 2 Fußgarnituren Nr. 402, 403
    2 Bronzegarnituren
    8 Viereckbeschläge
    4 kleine Riemenzungen

Im Gesamtplan haben wir die Position der Gräber 44 und 79 mit Pfeilen markiert.

Diese Auflistung ist interessant, auch wenn es noch lange gehen kann, bis wir das Eigentum unserer Altvorderen aus einer Zeit vor über 1.500 Jahren wieder hier in Oberkochen haben werden. Die Hoffnung geben wir nicht auf und mit Sicherheit tun wir alles, was in dieser Sache getan werden kann.

Dietrich Bantel

 
 
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